Beginn der dunklen Jahreszeit: Sichtbarkeit ist Sicherheit!
Shownotes
Es werde Licht: Leuchtende Vorbilder braucht das Land – vor allem auf der Straße. Denn: Sichtbarkeit ist Sicherheit! Wer bei Dämmerung und Dunkelheit im unscheinbaren Tarnmodus zu Fuß, per Fahrrad oder mit dem Roller unterwegs ist, wird von Kfz-Lenkenden allzu leicht übersehen. Her mit den strahlenden Superstars! Sabine und Christian beleuchten die Wichtigkeit heller, reflektierender Kleidung für die Schwächsten auf der Straße mit erhellenden Infos und einleuchtenden Tipps. Augen auf, Ohren auf, hören Sie rein!
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Sabine Kaulich: Hallo Christian.
Christian Kräutler: Servus Sabine, wie geht's?
Sabine Kaulich: Du gut geht's, danke schön! Obwohl, wenn ich mir so recht überlege, ein bisschen melancholisch bin ich schon. Jetzt kommt halt diese lange, dunkle Jahreszeit. Da bin ich immer ein bisschen besorgt, wenn da so die Kinder bei Nacht und Nebel morgens und abends unterwegs sind.
Christian Kräutler: Ja Sabine, so geht's mir aber auch. Obwohl meine Kinder ja schon Teenager sind, aber die Nächte sind lang und unscheinbare, weil schlecht sichtbare, Nachtschwärmer, die leben ganz einfach gefährlich.
Sabine Kaulich: Zu den Nachtschwärmern zählen jetzt im Herbst nicht nur die Partygeher, sondern eigentlich wir alle. Wir gehen bei Dunkelheit aus dem Haus in die Schule, in die Arbeit und kommen oft erst wieder bei Dunkelheit wieder nach Hause. Da hat schon Bertolt Brecht recht treffend formuliert, denn die einen sind im Dunkeln und die anderen sind im Licht und man sieht die im Licht und die im Dunkeln sieht man nicht. Ja und ich finde, das passt irgendwie ganz perfekt zum Thema des heutigen Podcasts. Sichtbarkeit ist Sicherheit.
Christian Kräutler: Chapeau Sabine, den Mackie Messer hast du jetzt aber echt bühnenreif wiedergegeben. Aber es ist wie es ist. Schlechte Sicht bedeutet auf der Straße ein hohes Risiko. Ein Risiko, das wir allerdings sehr, sehr leicht reduzieren könnten. Wer bei Dämmerung, Nacht und Nebel zu Fuß, per Fahrrad oder mit dem E-Scooter unterwegs ist, der lebt ganz einfach gefährlich. Jeder dritte tödliche Verkehrsunfall ereignet sich bei schlechter Sicht und ungeschützte Verkehrsteilnehmer*innen kommen dabei viel zu oft unter die Räder.
Sabine Kaulich: Ja, aber was können Fußgänger, Rad- und Scooterfahrer jetzt konkret tun, um die Sichtbarkeit zu erhöhen? Und was schätzen Sie, um wie viel Prozent ist die Wahrnehmungsfähigkeit des menschlichen Auges bei Dunkelheit vermindert? Aus wie vielen Meter Entfernung wird man als dunkel gekleideter Mensch vom Pkw-Lenkenden wahrgenommen und aus wie vielen Metern Distanz im lichtreflektierenden Outfit?
Christian Kräutler: All diese Fragen werden wir heute näher beleuchten. Mein Name ist Christian Kräutler. Meine KFV-Kollegin Sabine Kaulich und ich unterhalten uns in unserem heutigen Podcastgespräch über das Thema Sichtbarkeit. Also dann, herzlich willkommen. Augen auf, Ohren auf, bleiben Sie dran.
Catharina Ballan: Sicher ist sicher, der Vordenker*innenpodcast des KFV. Episode 8: Beginn der dunklen Jahreszeit. Sichtbarkeit ist Sicherheit.
Sabine Kaulich: Ja, Christian, wer in der dunklen Jahreszeit zu Fuß, per Rad oder per Scooter auf der Straße unterwegs ist, der sollte ein leuchtendes Vorbild sein. Denn allzu groß ist die Gefahr von den motorisierten Verkehrsteilnehmern einfach übersehen zu werden. Und ich finde, also im Falle einer Kollision auf der Straße geht es jetzt nicht nur darum, wer Schuld hat und wer eben nicht, vielmehr geht es darum, wer verletzlicher ist und daher noch umsichtiger eben auf den Eigenschutz achten muss. Gut sichtbar zu sein ist jedenfalls im ureigensten Interesse der schwächsten Verkehrsteilnehmer, also der Fußgänger, der Radfahrer und der Scooterfahrer.
Christian Kräutler: Sabine, das hast du echt schön gesagt. Ich drücke es jetzt aber etwas drastischer aus. Tatsache ist nämlich, Dämmerung und Dunkelheit sind für zu Fußgehende, Radfahrende und Scooterlenkende auf der Straße eine hochriskante Zeit. 6 von 10 Fußgängerunfällen bei schlechter Sicht ereignen sich in den Monaten Oktober bis Jänner. Also dann, wenn es schon sehr, sehr früh dunkel wird und einfach auch länger dunkel bleibt.
Sabine Kaulich: Ja, Christian, und jetzt müssen wir uns fragen, warum ist denn das so? Weil wir eben leider eher dem Modediktat folgen und eben nicht dem Sicherheitsgedanken. Da sehne ich mir fast wieder die 80er-Jahre-Trends zurück mit diesen neon-gelben, grünen, pinken Jacken und Stirnbändern. Findest du das nicht auch?
Christian Kräutler: Du sagst es, Sabine. Unsere Beobachtungen im Straßenverkehr zeigen zurzeit leider das Gegenteil. Es gibt seit vielen Jahren eher einen Trend zum Tarnmodus, also schwarze, graue und braune Herbst- und Winterjacken sind offensichtlich im Trend. Wir haben zu diesem Thema ja eine Sichtbarkeitsstudie gemacht und dabei 10.000 Beobachtungen in ganz Österreich durchgeführt. Zwei von drei zu Fuß Gehende sind wegen dunkler Kleidung sehr schlecht sichtbar. Und die anderen, das ist also wiederum ungefähr ein Drittel, ist deutlich besser sichtbar. 16 Prozent davon tragen helle Kleidung und 21 Prozent sind sogar mit Reflektoren an der Kleidung oder an den Accessoires ausgestattet. Ähnlich Grau in Grau sieht die Sache übrigens bei den Radfahrenden aus. Da gibt es also kaum nennenswerte Unterschiede zu den Fußgängern.
Sabine Kaulich: Du Christian aber, im negativen Sinn sticht in dieser Studie jedoch die Gruppe der Senioren hervor. Denn 70 Prozent der Verkehrsteilnehmer in dieser Altersgruppe, also im Alter von 65 Jahren und darüber, die sind auf der Straße viel zu dunkel und unauffällig gekleidet. Und ja leider, je älter desto unscheinbarer und somit schlechter sichtbar unterwegs, also das muss man da einfach wirklich sagen. Und ja, Christian, so wie der Udo schon so schön gesungen hat, dabei fängt das Leben doch mit 66 erst so richtig an, oder?
Christian Kräutler: Ja, der Udo hat recht und Sabine du hast natürlich auch recht. Aber es sind nicht nur die Senior*innen, die sich gerne dunkel kleiden. Es sind leider auch die jüngsten Verkehrsteilnehmenden, nämlich unsere Kinder. Jedes vierte Kind ist auf der Straße als graue Maus unterwegs. Viel zu viele Kinder sind also in dunkler Kleidung und ohne Reflektoren unterwegs und somit viel zu wenig sichtbar.
Sabine Kaulich: Du, das sehe ich selbst schon bei meinen Mädels. Je älter sie werden, desto eher tendieren sie zur Trendfarbe Schwarz. Ja und leider, je seltener findet man Reflektoren auf ihren Rucksäcken oder Schuhen und so weiter. Und für Teenager scheint es nicht mehr recht cool zu sein auf der Straße so zu erstrahlen und was ich besonders gefährlich finde, ist die Mischung, schlecht sichtbar zu sein und Ohrstöpsel in den Ohren zu haben.
Christian Kräutler: Du, ich finde, da sollten die Modedesigner und Influencer*innen noch ein bisschen kreativer werden und das Thema Sicherheit auch modetechnisch vermehrt in den Fokus rücken. Das wäre doch eine schöne Aufgabe, die auch noch zusätzlich Leben retten kann. Sabine, es gibt aber positive Beispiele, nämlich im Bereich der Sportbekleidung. Speziell für Läufer*innen und Jogger*innen ist Reflektormaterial ja bereits state of the art. Und deshalb gibt es in gut sortierten Sportgeschäften eine große Auswahl solcher Eyecatcher. Also wenn ich Nachschub brauche, ob das jetzt für die Kinder ist oder ob das für die Eltern ist, dann gehe ich meist genau dorthin.
Sabine Kaulich: Ja, Christian, das stimmt. In der Herbstzeit gibt es eigentlich in sehr vielen Geschäften so reflektierende Accessoires zu kaufen. Da muss man einfach mit offenen Augen gehen. Ich persönlich verwende ganz gerne diese Arm- und Fußbänder, also die sogenannten Klackbänder, oder es gibt auch welche mit Klettverschluss, die habe ich eigentlich im Bedarfsfall immer in der Tasche mit dabei oder auch im Auto liegen. Weißt eh, Christian, auch die Autofahrer sind manchmal als Fußgänger unterwegs.
Christian Kräutler: Ja, das stimmt natürlich. Sabine, ich finde noch lässig, aber auch hilfreich, diese gestengesteuerten Blinker für Micro-Mobility-Nutzer*innen die man vor allem beim Rad,- und beim Scooterfahren bei Dunkelheit als Blinker, als Bremslicht oder eben auch als Dauerlicht nutzen kann. Weißt du, wie die funktionieren? Na, ich erklär's dir jetzt einmal einfach. Rad,- und E-Scooterfahrende brauchen einfach nur den Ellbogen seitlich anheben und dann schaltet sich der Blinker ein. Die Hände bleiben am Lenker und man ist somit viel stabiler unterwegs, aber man kann natürlich auch jederzeit bremsbereit fahren. Übrigens, diese tolle Erfindung wurde auch schon mit dem KFV-Forschungspreis prämiert.
Sabine Kaulich: Ja, Christian, das ist wirklich eine gescheite Erfindung. Weißt du, aber ich finde auch, diese oft belächelten und als Kinderaccessoires abgetanenen sogenannten Pendelblitze, die Volksschulkinder ja oft so auf der Schultasche hängen haben, die sind wirklich eine gescheite Sache, denn die sind billig in der Anschaffung und erzielen auch ohne Akku eine große Wirkung. Denn dadurch, dass die sich auf der Tasche bewegen und pendeln, werden sie einfach von den motorisierten Verkehrsteilnehmern sehr gut gesehen. Und Christian, kennst du die Kampagne, die wir gemeinsam mit dem Land Vorarlberg im Jahr 2022 gemacht haben? Und zwar war das so, wir haben einen Kreativwettbewerb gestartet und haben dabei Schülerinnen und Schüler aus Vorarlberg gefragt welche Reflektoren Ihnen gefallen würden, wie müssten die ausschauen, was würden sie tragen und das sollten sie zu Papier bringen. Ja und die besten Siegesentwürfe, die wurden von Modedesignern perfektioniert, weiterentwickelt, vom Land produziert und dann wiederum an die Schule verteilt. Und besonders gut haben mir da diese reflektierenden Quastln, die Ihnen so einer silbernen Leder-Optik gefallen. Schau mal her, ich habe sie heute auf meiner Tasche. Cooles Teil, oder?
Christian Kräutler: Ja schaut wirklich fesch aus! Aber Sabine für den Schulweg, für das abendliche Radfahren oder die nächtliche Gassirunde mit dem Hund ist aus meiner Sicht das Beste: Ganz einfach die simple alte Warenweste. Jetzt muss ich wieder mal mein Heimatland loben, in Vorarlberg, aber auch in der benachbarten Schweiz. Es ist ganz normal, dass Volksschüler die gelben Westen mit dem reflektierenden Rundumstreifen tragen. Die bekommt man überall und ja, ich glaube im Puncto Sichtbarkeit sind diese kaum zu übertreffen, denn man strahlt nach vorne, man strahlt nach hinten und aber auch auf die Seite, was ganz besonders wichtig dann ist, wenn ich nämlich eine Straße queren will.
Sabine Kaulich: Du, das ist ein Punkt, den muss man immer wieder betonen. Nämlich eine reflektierende Quastl auf einer Tasche, das ist viel zu wenig. Man muss eben von allen Seiten, wie du gesagt hast, gesehen werden. Und eben diese reflektierenden Materialien, die sollten eben in der Höhe des Streuwinkels, des Abblendlichtes getragen werden. Wo ist der jetzt? Also bei Erwachsenen, das ist dann eher die untere Körperhälfte, also von der Hüfte abwärts und bei Kindern sollte der ganze Körper strahlen, also vom Kopf bis zu den Füßen.
Christian Kräutler: Gut sichtbar zu sein, ist besonders auf nächtlichen Straßen überlebenswichtig, denn der menschliche Sehsinn, der ist zwar super einerseits, hat aber bei Dunkelheit extreme Probleme. Sabine, wusstest du eigentlich, dass ungefähr 90 Prozent der fürs Lenken von einem Fahrzeug relevanten Informationen visuell, also rein über die Augen, aufgenommen werden. Und das Problem ist, bei Nacht verringert sich diese Wahrnehmungsfähigkeit des menschlichen Auges um ganze 80 Prozent. Wir nehmen also nur mehr ein Fünftel wahr und Ziel für Fußgänger und Radfahrer muss es also sein, in dieses Fünftel reinzugehören. Das geht sich aber wirklich nur dann aus, wenn ich auffällig hervorsteche, und da sind wir wieder beim Stichwort helle Kleidung, Reflektoren. Nur dann bin ich in diesem Fünftel drinnen auf das wirklich ein Mensch in der Nacht achtet. Wenn wir am Steuer eines Autos sitzen, ist uns diese schwache Sehleistung bei Nacht oft selber gar nicht einmal bewusst. Wir finden uns sozusagen in einer trügerischen Sicherheit, denn die Fußgänger sind einerseits da, wir sehen sie aber gar nicht wirklich.
Sabine Kaulich: Du Christian, ganz wichtig auch noch, also nur reflektierende Kleidung zu tragen allein, das ist jetzt noch nicht der Übersicherheitsfaktor. Man muss sich nämlich auch noch sicherheitsbewusst verhalten, denn leider, und das sehen wir immer wieder, betreten viele Fußgängerinnen und Fußgänger die Fahrbahn bei Dunkelheit und Dämmerung gerade so wie untertags und das endet leider viel zu oft fatal. Tatsache ist, der Risikofaktor schlechte Sicht ist für ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle verantwortlich. Du und ich habe mir jetzt die Unfallzahlen der ungeschützten Verkehrsteilnehmer in den letzten fünf Jahren herausgesucht und näher angeschaut und die Resultate sprechen eine deutliche Sprache. Wie gesagt, ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle in Österreich ereignet sich bei Dämmerung und Dunkelheit und im Ortsgebiet. Das heißt trotz vorhandener Straßenbeleuchtung. Ja, und fast jeder zweite getötete Fußgänger verunglückt bei schlechter Sicht und jeder fünfte getötete Radfahrer ebenso.
Christian Kräutler: Aber Sabine, es gibt auch eine gute Nachricht. Die gute Nachricht ist nämlich, helle, reflektierende Kleidung kann Leben retten. Das Unfallrisiko wird allein dadurch um die Hälfte reduziert. Sicher unterwegs zu sein, kann also wirklich einfach sein, Sabine. Wenn ich so unterwegs bin mit meinen Töchtern, abends auch im Auto, dann beobachten wir sehr, sehr oft gezielt auch Fußgänger*innen und Radfahrer*innen. Und das Ergebnis ist für uns alle immer wieder mal überraschend. Eine Person, die mit dunkler Kleidung im Straßenverkehr unterwegs ist, die wird erst aus 25 Meter Entfernung wahrgenommen. Und weißt du Sabine, das ist wirklich nicht viel, wenn man mit einem Fahrzeug mit 50 km/h unterwegs ist. Wenn ein Mensch heller gekleidet ist, dann kann er bereits ab 40 Meter Distanz gesehen werden. Ich habe also schon eine kleines Sicherheitspolster in Sachen Anhalteweg. Das ist also schon ein bisschen größer als eben, wenn ich schwarz gekleidet bin. Am besten ist es aber, wenn diese Person reflektierende Kleidung anhat, dann ist sie bereits ab 140 Meter wahrnehmbar. Und zwischen 25 und 140 Metern ist ein riesengroßer Unterschied, würde ich sagen, wenn es ums überlebenswichtige Gesehen Werden geht.
Sabine Kaulich: Ja, und neben dem sicherheitsbewussten Verhalten und dem Tragen von reflektierender Kleidung, da gibt es ja noch einen dritten Sicherheitsfaktor, wenn man bei Nacht oder schlechter Sicht als Fußgänger unterwegs ist und zwar, dass ist die Auswahl der richtigen Querungsstelle. Also hier ist besonders wichtig, dass man die Infrastruktur für den Fußgängerverkehr auch wirklich nutzt, also das Kreuzen der Straße bei Ampelanlagen, bei Schutzwegen oder bei Mittelinseln, denn diese, die sind zumeist auch gut ausgeleuchtet und bieten zumindestens ein Mindestmaß an Sicherheit. Ja und wenn man jetzt irgendwo unterwegs ist und es gibt keinen Gehsteig oder keinen Gehweg, ja dann gilt das, was eigentlich der Helmi immer sagt „Links gehen, Gefahr sehen!“ So können wir Fußgänger eben entgegenkommende Fahrzeuge schon von Weitem sehen und rechtzeitig ausweichen.
Christian Kräutler: Sabine, lass uns noch mal kurz über das Thema Anhalteweg reden. Ganz einfach, weil es so wichtig ist. Wenn ich jetzt mit einer Fahrgeschwindigkeit von 50 km/h im Auto unterwegs bin, dann ist der Anhalteweg, wenn alles passt, ungefähr 27 Meter lang. Jetzt haben wir aber vorher gehört, dass bei dunkelgekleideten Menschen ich die erst ab 25 Meter Entfernung sehen kann. Das ist also deutlich zu wenig. Das heißt, ich kann auf keinen Fall stehen bleiben. Nicht einmal dann, wenn ich sofort reagieren würde und nicht abgelenkt bin im Fahrzeug. Stimmt's?
Sabine Kaulich: Ja, das stimmt. Du, Christian, und bei 70 km/h, da kommt dein Fahrzeug überhaupt erst nach rund 45 Metern zum Stillstand. Also da braucht der Fußgänger oder die Radlfahrerin 1000 Schutzengel. Oder eben noch viel besser: Gut reflektierende Kleidung.
Christian Kräutler: Wir haben, Sabine, jetzt sehr, sehr viel geredet über ungeschützte Verkehrsteilnehmer, wie sie sich kleiden können, wie sie sich verhalten können, aber natürlich können auch die Lenker eines Autos sehr viel tun, um Unfälle in der Dämmerung und in der Dunkelheit zu reduzieren. Dazu gehört, das ist das Wichtigste möglicherweise, angepasstes Tempo und erhöhte Achtsamkeit, nämlich dann, wenn es dämmerig wird oder dunkel ist. Die richtige Kfz-Scheinwerfereinstellung ist entscheidend für optimale Sicht und zur Vermeidung von Blendung vor anderen Verkehrsteilnehmern. Natürlich gehören Lämpchen, die da durchgebrannt sind, sofort erneuert. Wichtig ist es aber auch, dass ich meine Scheibe putze und rein halte, weil ich sonst einfach eine reduzierte Sicht habe. Und ganz wichtig auch für diejenigen, die eine Brille brauchen, bei Dämmerung oder Dunkelheit ist es einfach noch einmal wichtiger, die beim Autofahren zu nutzen. Da gewinne ich einfach die paar Meter, die vielleicht wichtig sind, um richtig zu reagieren, wenn da dunkelgekleidete Menschen unterwegs sind. Also Sabine, die einleuchtende Erkenntnis unseres heutigen Podcastgesprächs muss sein: Wenn ich nachts zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Scooter unterwegs bin und bereits aus weiter Ferne Scheinwerfer herannahen sehe, das heißt dann im Umkehrschluss aber noch lange nicht, dass mich die Lenkerin von dem Fahrzeug auch sieht.
Sabine Kaulich: Ja, also liebe Hörer und Hörerinnen, machen Sie sie sichtbar, machen Sie aus 25 Metern 140. Mit heller Kleidung und reflektierenden Elementen an Ihrem Outfit erhöhen Sie Ihre Sichtbarkeit und Ihre Sicherheit enorm. Schluss mit Grau in Grau, Neonfarben sind angesagt.
Christian Kräutler: Ja und liebe Kfz-Lenkende, lebensrettend sind eben auch angepasste Fahrgeschwindigkeit und bewusste Achtsamkeit am Steuer. Und zwar immer und überall. Augen auf und Fuß vom Gas.
Sabine Kaulich: Also dann Christian, keep smiling, keep shining!
Christian Kräutler: Ja, du auch, Sabine. Immer schön rückstrahlend bleiben.
Catharina Ballan: Sie hörten Sabine Kaulich und Christian Kräutler, zwei erfahrene Präventionsfachleute des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. Mehr Infos zum Thema dieser KFV-Podcast-Episode und zu vielen weiteren wichtigen Sicherheitsthemen finden Sie auf unserer Website kfv.at. Abonnieren Sie Sicher ist sicher auf Spotify, Apple und Google Podcasts sowie auf allen gängigen Podcatcherplattformen und empfehlen Sie unseren Podcast weiter. Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal bei Sicher ist sicher, dem Vordenker*innenpodcast des KFV.
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