Mythos Multitasking: Danke für Ihre Aufmerksamkeit!
Shownotes
Und täglich grüßt der Alltagsstress: stark frequentierte Straßen, hektisches Treiben rundum, ein forderndes Telefonat, eilende Minuten bis zum nächsten Termin, … – und plötzlich, wie aus dem Nichts, ein Radfahrer, der bevorrangt die Fahrbahn queren möchte. Allzu oft enden solche Situationen fatal. Warum sind wir nicht multitaskingfähig? Was bedeutet „Unaufmerksamkeitsblindheit“? Wie oft kracht es auf Österreichs Straßen, weil Menschen wortwörtlich ab-gelenkt per Fahrzeug oder „kopflos“ zu Fuß unterwegs sind? Ein erkenntnisreicher KFV-Podcast-Talk eröffnet das neue Jahr – hören Sie sich das an! Alles Gute für 2026, bleiben Sie gesund und fokussiert! Danke für Ihre Aufmerksamkeit!
Mehr Info unter kfv.at
Transkript anzeigen
00:00:02: Ja, Ankel Rudi, wolltest du eigentlich noch was sagen?
00:00:05: Ich kann jetzt nämlich nicht so lange blauen, weil ich sitze gerade im Auto und bin zum Termin unterwegs und wie immer ist eigentlich ziemlich viel los auf der Strasse, weißt
00:00:13: du?
00:00:13: Ja, ich wollte noch die eine Geschichte erzählen über die Sabine.
00:00:17: Du hast nicht auf die Ansprechanlage, oder?
00:00:20: Freie Ansprechanrichtung heißt das.
00:00:22: Sorry, ich sage doch, habe ich gesagt?
00:00:23: Du, Ankel Rudi, kann jetzt wirklich nicht, grüßen wir's lehnt gleich, ich rufe dich
00:00:26: zurück.
00:00:29: Situationen wie diese, also eine herauswordende Fahrt im Straßenverkehr, daneben ein anstrengendes Gespräch und dann vielleicht noch Zeitdruck, wenn man der nächste Termin eben schon wartet, das alles führt uns an unsere Leistungsgrenzen.
00:00:43: Wir sind abgelenkt und überfordert und somit anfällig für Fehlleistungen.
00:00:48: abgelenkt, das kann man wirklich wortwörtlich nehmen, einerseits gelenkt, aber eben auch irgendwie nicht so wirklich bei der Sache.
00:00:55: Auch wenn man das Handy nämlich nicht direkt am Ohr hat, man ist fehleranfällig.
00:00:59: Wir sind alle nicht unfällbar und darüber wollen wir heute reden.
00:01:03: Wir reden halt über das Thema Multitasking und entlarven eben diesen Mythos.
00:01:08: Wir reden über die Risikenzüglich Ablenkung im Straßenverkehr, nämlich nicht nur beim Autofahren, sondern auch beim Zufuß-Game, beim Radelfahren oder eben auch beim ES-Scooter oder beim Scooter fahren.
00:01:19: Weil eins haben wir leider heute immer wieder dabei, weil wir unterwegs sind.
00:01:23: Nämlich ein Display.
00:01:26: Zu unserem heutigen Podcast-Gespräch haben wir drei Fachleute eingeladen, und zwar die Verkehrspsychologin Magister Marion Seidenberger vom OMDC und meinen Kollegen, Diplom-Diplom-Engineer Klaus Robert, er ist Leiter des KfV-Fachbereichs Verkehrssicherheiten.
00:01:41: Ja und eines kann ich euch versprechen, es wird spannend und es wird auch erkenntnisreich.
00:01:46: Also dann bleiben Sie einfach dran.
00:01:48: Sicher ist
00:01:49: sicher, der Vordenker in dem Podcast des KfV.
00:02:01: Willkommen bei unserer Jännerfolge.
00:02:03: von Sicher ist sicher!
00:02:05: ProSeeds.sex und zwanzig liebe Broadcast-Fans.
00:02:08: Ja unda!
00:02:08: Gutes neues Jahr in Gesundheit und in Sicherheit.
00:02:11: Das wünschen wir Ihnen allen und auch natürlich unseren Gästen im Studio.
00:02:16: Hallo und herzlich willkommen, Frau Magister Marion Seidenberger, Sie ist leitende EMTC-Verkehrspsychologin und wir haben denn noch den diplomischen Herr Klaus Roebach, der Leiter der SKV-Fachbereichsverkehrssicherheit.
00:02:27: Willkommen!
00:02:28: Willkommen, es freut mich sehr, dass ich heute bei euch sein kann.
00:02:31: Danke für die Einladung, es freut mich auch, weil die Sabine wieder da ist einmal zur Abwechslung.
00:02:37: Marion, ich habe gleich einmal eine grundsätzliche Frage zu Beginn.
00:02:40: Und zwar zum Thema Mythos Multitasking.
00:02:44: Ist es auch Ihr Glaube, wenn wir annehmen, dass wir mehrere Dinge gleichzeitig voll unter Kontrolle haben?
00:02:49: Ein klares und deutliches Ja.
00:02:51: Wir glauben, wir können viele Dinge gleichzeitig tun.
00:02:54: Manchmal scheint es auch so zu sein, aber in Wahrheit geht es nur ganz knapp hintereinander.
00:02:59: Und da kann es sein, dass wir uns schleudern geraten und einiges kommt durcheinander.
00:03:02: Das heißt, wir überschätzen uns eigentlich, wenn wir davon ausgehen, wir können das schon.
00:03:06: Christian,
00:03:07: du hast recht, wir überschätzen uns selber.
00:03:09: Aber oft ist es so, dass der Alltag uns so stresst, dass wir dann versuchen, alles gleichzeitig machen zu wollen.
00:03:15: Und genau da liegt der Hund begraben.
00:03:17: Und das Problem ist ja, dass wir wissen, dass im Straußensverkehr jederzeit etwas Unvorhergesehenes passieren kann, oder?
00:03:23: Richtig, Sabine.
00:03:23: Wir wissen nämlich nicht, wann irgendwo ein Unfall beim nächsten Eck schon auf uns wartet quasi.
00:03:28: Und wir müssen immer fokussiert sein und schauen, dass wir reaktionsschnell sind, bremsbereit sind und vielleicht auch noch eine Auslenkbewegung machen können, dass eben niemand zu schaden kommt und wir selber auch Fehlerfreiheit durchs Verkehrsgeschehen kommen.
00:03:40: Also die Challenge ist in Wirklichkeit, dass wir das Unerwartete erwarten müssen.
00:03:45: Schwierig eigentlich, oder?
00:03:46: Eigentlich sollten wir jederzeit bereit sein, richtig reagieren zu können oder auch Sicherheitsreserven zu haben für andere Verkehrsteilnehmer.
00:03:53: Denn ehrlich gesagt, jeder ist froh, wenn ein anderer auch für uns mithilft, einen Unfall zu vermeiden.
00:04:00: Marion, ich würde jetzt gerne von dir wissen, das gibt dir denn die sogenannte Unaufmerksamkeitsblindheit.
00:04:08: Was ist denn das für ein Phänomen und wie könnte man das erklären?
00:04:12: Also bei uns brasseln ja unzählige Informationen auf unser Gehirn ein.
00:04:17: Wir sehen so viele Eindrücke, wir hören so viele Eindrücke, wir spüren auch viele Eindrücke.
00:04:22: Und da gab es ein richtiges gutes Experiment aus dem neunundneunziger Jahr von der Harvard University, wo zwei Forscher quasi eine Teilnehmergruppe eigentlich instruiert haben.
00:04:32: Sie sollen auf ein Basketball-Team schauen und sollen schauen, wie viele Pet Besse, quasi das weiß, Trikotfarbe, eine Team quasi durchführt.
00:04:40: Und dann sind die Probanden gesessen, haben gezählt und plötzlich ist durch das Bild ein Gorilla, also ein Mensch mit einem Gorilla-Anzug gegangen.
00:04:48: Und nachher hat man sie gefragt, habt ihr den Gorilla gesehen?
00:04:51: Und dann, der Bede, haben die Mehrheit der Teilnehmer gesagt, da ist niemals ein Gorilla durchs Bild gegangen.
00:04:57: Und aufgrund von Videoaufzeichnungen kann man dann feststellen, sehr wohl ist ein Gorilla durchgegangen und das ist die Unaufmerksamkeitsblindheit, den man ist fokussiert.
00:05:05: und viele Dinge fallen dann raus.
00:05:06: Super
00:05:06: spannend.
00:05:08: Das werden wir jetzt übersetzen auf den Straßenverkehr.
00:05:12: Wenn jetzt irgendwo ein Radfahrer auf der Straße unterwegs ist, dann blende ich das völlig aus, als der Radfahrer ist da.
00:05:19: Ich kann ihn aber nicht wahrnehmen, weil ich anders abgelenkt bin.
00:05:22: Ist das das richtige Bild?
00:05:24: Das kann passieren, denn man muss sich das vorstellen wie ein Flaschenhals.
00:05:27: Man ist fokussiert auf eine Sache, ist vielleicht gefordert.
00:05:32: Ja, Klaus Roberts.
00:05:34: Ja, ich bin gerade beim Podcast.
00:05:36: Ja, ich kann noch kurz reden.
00:05:37: Ja, ich bin im Multitasking-Verkehr.
00:05:38: Ich schaffe das schon.
00:05:41: Ja, aber da können wir schon reden.
00:05:44: Na, ist es wirklich so, dass ich im Multitasking-Verkehr bin?
00:05:46: Ja, Klaus, ja, also für den Podcast ist es nicht einmal genug für den Straßenverkehr.
00:05:50: Wahrscheinlich wird es überhaupt nicht ausreichen, deine Multitasking-Fähigkeit, weil wir haben es ja gerade gehört von der Marian.
00:05:56: Es geht nicht, auch du wirst es nicht schaffen.
00:05:58: Also besser sehen die Weg auch beim Podcast, aber ganz sicher im Straßenverkehr.
00:06:02: Und das haben wir jetzt aber auch bei der Selbstüberschätzung.
00:06:04: Der Klausi hat glaubt, er kann's, aber ich bin hundertprozentig sicher, er hat wahrscheinlich ein Verkehrszeichen übersehen, er hat das Tempo vielleicht nicht angepasst und wie du vorher gesagt hast, wie ein Radelfahrer auf der Seite kommen, vielleicht hätte er den übersehen.
00:06:16: Oder ein kleines Kind.
00:06:17: Und wir sehen, dass wir da nicht multidaskämpfigen sind, wir sind automatisch ganz still.
00:06:23: Wir können uns nur auf eins konzentrieren, nicht mehr auf das Gespräch von Klausi.
00:06:26: Ja, das haben wir aufgefahren, ich hab's plötzlich nichts mehr gesagt.
00:06:31: Marion, was mir jetzt sehr interessieren würde, wäre, ihr habt nämlich beim EMTC eine neue Studie gemacht zum Ablenkung am Steuer.
00:06:38: Könntest du uns ein bisschen was davon erzählen?
00:06:40: Die Studie haben wir gemeinsam gemacht beim Korridoren für Verkehrssicherheit und mit sehr netten Kollegen von euch.
00:06:45: Und da sind wir drauf gekommen, dass zum Beispiel nicht nur das Handy im Auto, aber auch ein schreiendes Kind zum Beispiel, das man betreut während der Fahrt oder wenn man einen Schluck aus der Wasserflasche nimmt, die Flasche aufdrehen, die Flasche halten, während des Fahrens, dass man dann einmal die Hände weg hat vom Lenker, Die Blicke sind weg von der Straße gerichtet und es kann dadurch zu schwierigen Situationen kommen und sogar zu Unfällen.
00:07:08: Und wenn du uns ein bisschen was für die Ergebnisse erzählen könntest, wie ist es dann genau ausgegangen?
00:07:13: Also konkret waren Einige Male die Blicke abgewendet von der Fahrbahn, konkret war es so, dass man in den Gegenverkehrsbereich tendiert ist und einige Sekunden im Gegenverkehrsbereich gefahren ist, während man zum Beispiel die Flasche geöffnet hat.
00:07:26: Und wenn dann zum Beispiel knapp nach eine Haarnadelkurve gekommen ist, hat man genau das falsche Tempo genommen, um in die Kurve reinzufahren.
00:07:33: Da kann es passieren, wenn es zum Beispiel eisig gewesen war oder rutschig gewesen wäre, dass man von der Fahrbahn abkommt.
00:07:38: Diese Dinge haben die Probanden vorher eigentlich nicht richtig eingeschätzt, weil sie haben glaubt, sie können die Situation gut in Griff Sie können gut reagieren.
00:07:46: Und genau da hat man gemessen, dass es absolut falsch war.
00:07:49: Und dann haben wir selber geschaut, dass es einfach schnell gehen kann und ein Unfall passiert.
00:07:54: Wahnsinn, diese Ergebnisse.
00:07:55: Also ganz lang teilweise waren es wirklich abgelenkt, dass es schon allein beim Flaschen öffnen, was du im Vorfeld schon erzählt, bis zu acht Sekunden einfach nicht auf die Straße geschaut, was da alles passieren könnte.
00:08:05: Das ist unglaublich.
00:08:06: Ja, sehr erschreckende Ergebnisse.
00:08:10: Kannst du mir vielleicht noch den Unterschied zwischen bewusster und unbewusster Ablenkung sagen?
00:08:19: Aus meiner Sicht gibt es da einen Unterschied.
00:08:20: Manchmal tut man es absichtlich oder kriegt es mit.
00:08:23: Manchmal passiert es einem einfach.
00:08:25: Beides wird gefährlich sein.
00:08:26: Was ist denn da der Unterschied?
00:08:28: Richtig Christian, beides ist gefährlich, weil Ablenkung ist Ablenkung, aber diese bewusste Ablenkung, die nehme ich mir ja vor.
00:08:33: Viele von uns nehmen sich Aufgaben ins Auto rein und sagen, ich telefoniere dann im Auto oder ich klär das dann ab oder mache meine Einkaufsliste im Auto und das ist dann quasi absichtlich vorsätzlich.
00:08:44: Da bin ich wirklich mit den Augen länger weg, mit den Händen länger weg vom Lenkrad, ich tipp vielleicht was ein.
00:08:50: Unabsichtlich kann so sein, dass ich plötzlich vielleicht müde bin und zu Tag träume, neige oder kurz mit den Gedanken abdrifte.
00:08:57: Aber wie gesagt, beides ist gefährlich, weil beides lenkt uns vom Straßenverkehr ab und übersehen, dass dann, also ich übersehe dann vielleicht Dinge während meiner Ablenkungsaufgabe.
00:09:09: Marion, sprechen wir ganz kurz über das Thema Vorbilder im Straßenverkehr.
00:09:14: Wie hast du so schön Kinder, sind das Spiegel unserer selbst?
00:09:18: Welche Tipps?
00:09:18: hast du denn dafür Erziehungsberechtigte?
00:09:20: So bin ich das ein großartiges Thema, das du ansprichst.
00:09:23: Denn Kinder sehen natürlich, wie wir uns als Erwachsene verheigten.
00:09:27: Und vor allem die eigenen Kinder nehmen uns als Superbeispiel.
00:09:30: Was wir machen, ist richtig, ist für sie absolut das Beste.
00:09:34: Und wenn sie bei uns sehen, wir handieren mit dem Handy, wir essen und trinken während der Fahrt, manche ziehen sich um oder schminken sich während der Fahrt, dann denken sie, wenn das Papa und Mama quasi tun, dann ist das ganz normal.
00:09:47: Und da liegt es nämlich auch genau an der Geschichte, arbeiten muss, dass man sich wirklich zusammenreißt, wenn Kinder an Bord sind, dass man denen auch ein gutes Vorbild ist und auch zeigt, schaut der hat jetzt zum Beispiel was gemacht, was man nicht machen sollt und ich muss mir jetzt auch versuchen zusammenreißen, dass ich das mache, eben dass ich das nicht mehr mache und unterlasse.
00:10:05: Dass man das direkt ansprechen kann, das fehlen andere, das ist sicher Wichtige.
00:10:09: Marian, wenn wir auf der Straße unterwegs sind, völlig egal ob das jetzt Fußgänger sind, man muss schauen, dass man das ineinander rein reint, weil man schaut ins Handy oder der andere schaut ins Handy oder man sieht selber ins Handy.
00:10:19: Auch mit dem E-Scooter, wo ich mir selber schon schwer durch das überhaupt zu fahren und keine Handzeichen geben kann.
00:10:25: Mit einer Hand gibt es einfach Leute, die sind da unterwegs mit dem Handy und haben eine Hand quasi nur am Lenker.
00:10:32: Also überall sehen wir diese Situation gerade beim Smartphone, dass das immer genutzt wird.
00:10:37: Jetzt glaube ich aber trotzdem, dass ja viele wissen, dass das gefährlich ist.
00:10:41: Warum?
00:10:42: tun wir es trotzdem?
00:10:43: Ist es so was wie Assucht im medizinischen Sinne?
00:10:46: Oder warum sind wir so, dass wir diesen Risiko eingehen?
00:10:50: Eigentlich geht es darum, dass wir uns selber nicht richtig einschätzen.
00:10:54: Wir verdrängen, dass wir manche Dinge oder viele Dinge nicht können.
00:10:58: Und unser Gehirn spiegelt uns ja wirklich auch oft vor.
00:11:01: Es funktioniert oft, aber eben nicht immer.
00:11:04: Und dann kann es sein, dass quasi einmal ein richtig orger Unfall passiert, dass es mich mit dem Radl hinhaut, dass ich mich mit dem Roller verkannte oder in die Schienen reinkomme.
00:11:13: Und plötzlich wird mir klar, dass ich nicht so viele Dinge oder gar nichts eigentlich nebenbei machen kann und schon gar nicht zum Beispiel ein Handzeichen gebe, wenn ich es nicht vorher geübt habe.
00:11:21: Wie wackelig auf einmal ein Roller und wie instabil das wird.
00:11:24: Das heißt, ich brauche oft irgendwie einen negativen Impact.
00:11:28: dass ich merke, hoppla, so geht's nicht.
00:11:30: Lernen durch Fehler quasi.
00:11:31: Manchmal ist es halt zu spät, weil es gibt einfach verheerende Folgen, wenn ich da einen Unfall habe, bis hin zu leider immer wieder getöteten.
00:11:39: Ja, lieber Klaus, jetzt hätte ich eine Frage an dich.
00:11:42: Und zwar, ist Ablenkung wirklich ein Problem?
00:11:45: Was sagen denn da die Unfallzahlen dazu?
00:11:47: Ja, es ist leider noch immer ein Problem.
00:11:49: Es ist die Unfallursache Nummer eins.
00:11:51: In meinem Dreiunddreißig Prozent aller Unfälle mit Personenschan ist Ablenkung die Hauptunfallursache.
00:11:58: Und bei fünfunddreißig Prozent mittlerweile aller Unfälle mit Todesfolge ist Ablenkung die Hauptunfallursache.
00:12:05: Und in den letzten Jahren heißt das ungefähr zwölftausend Unfälle mit Personenschan, die auf Ablenkung zurückzuführen sind, mit vierzehntausend Verletzte.
00:12:14: Das ist eine sehr hohe Zahl.
00:12:15: Und wenn wir allein das heurige Jahr betrachten, also bis jetzt in den ersten doch zehn Monaten...
00:12:22: Du meinst also jener bis Oktober, zwanzig, fünfundzwanzig?
00:12:25: Gabs
00:12:25: hundertdreizend Gedötete, die gestorben sind im Straßenverkehr aufgrund von Ablenkung und Unaufmerksamkeit.
00:12:33: Klaus, das sind ja unglaublich drastische Zahlen.
00:12:35: und was ich immer wieder besonders besorgniserregend finde, ist, dass gerade junge Menschen, die jetzt auch nicht so im Straßenverkehr geübt sind, leider oft sehr, sehr anfällig für ablenkende Tätigkeiten am Steuersand.
00:12:49: Ja, das fällt vor allem auf junge, können ohne Handy fast nicht mehr sein oder sehr viele davon.
00:12:55: Das heißt, sie sind dadurch abgelenkt durch Social Media.
00:12:59: Das ist natürlich unterschiedlich Beiträge anschauen.
00:13:01: Das ist Lesen, das ist Schreiben, das ist selbst posten, sogar Fotos während der Fahrt senden oder anschauen.
00:13:08: Und es ist so, dass immerhin sixty- vier Prozent aller Jugendlichen gelenklich hier in Social Media Aktivitäten zeigt beim im Straßenverkehr.
00:13:18: aber sogar einunddreißig Prozent.
00:13:20: Also fast jeder Dritte ist regelmäßig unterwegs.
00:13:23: Während
00:13:24: Sie mit dem Auto fahren?
00:13:24: Während Sie mit dem Auto fahren.
00:13:26: Wahnsinn.
00:13:27: Und leider sehen wir das dann natürlich auch in der Unfallstatistik.
00:13:31: Aber Klaus, weißt du, was interessant ist?
00:13:33: Nämlich sobald ein Jugendlicher merkt, die aber neue Nachricht bekommen oder da kommt ein Signalton, muss man nachschauen.
00:13:39: Es dauert keine sieben Sekunden, dass man einfach versucht, das Ding zu suchen, die Botschaft aufzumachen und vielleicht auch gleich danach Antworten zu geben.
00:13:48: Das heißt, man will immer aktuell sein und diese Angst etwas zu versäumen, das haben die Jugendlichen besonders.
00:13:55: Mir fällt auf, dass Jugendliche... gar nicht mal ihr Handy in die Tasche stecken, sie gehen mit dem Handy in der Tasche oder in der Hosentasche.
00:14:01: Es muss einfach immer griffbereit sein und das ist halt wirklich eine sehr besorgniserregende Entwicklung.
00:14:08: Klaus, zum Thema Bewusstseinsbildung, das KfA und die AFAA gemeinsam haben ja eine neue Kampagne ins Leben gerufen mit dem Titel der Kopfu Anders, die Gefahr real.
00:14:18: Und zwar haben wir dann eine Ja, schon ältere Aktionen, die wir schon vor ca.
00:14:22: dreißig Jahren einmal gemacht haben, wieder neu adaptiert und da sind dann quasi kopflose Aktionistinnen und Aktionisten im Straßenraum unterwegs gewesen und haben für Aufmerksamkeit gesorgt.
00:14:36: Wie wichtig siehst du Bewusstseinsbildung im öffentlichen Raum oder einfach auch über andere Kanäle?
00:14:42: Ja, Bewusstseinsbildung ist ganz wichtig.
00:14:44: Es ist leider sehr vielen nicht klar, was eigentlich passiert, wenn man im Straßenverkehr unterwegs ist und sich auf etwas anderes konzentriert.
00:14:54: Und da ist einerseits natürlich im Auto und wir dürfen es vergessen, es ist dreißig Verletzte pro Tag aufgrund von Ablenkung.
00:15:01: Es wären am Tag über hundertzwanzig tausend Nachrichten.
00:15:06: geschrieben oder gelesen, während der Autofahrt wohl bemerkt.
00:15:10: Und es ist nicht nur beim Autofahren, es ist zu Fußgehende, die mehr Musik hören, mit dem Handy unterwegs sind, telefonieren, Nachrichten schreiben und das natürlich ein hohes Risikopotenzial dadurch mit sich bringt.
00:15:24: Aber auch bei Radfahren und nicht umsonst sind einundvierzig Prozent aller Radunfälle mit Beteiligung von anderen Verkehrste nehmen, ist Ablenkung die Unfallursache.
00:15:35: Und bei den Zufuß gehen immerhin auch siechsunzwanzig Prozent.
00:15:39: Und man darf nicht vergessen, es gibt viele Dinge, die ablenken.
00:15:42: Es ist natürlich das Smartphone sehr, sehr wichtig, aber manche Krammen nach Dingen beim Fahren, manche haben zum Beispiel Hunger oder Durst und Essen daneben, das wirkt so banal.
00:15:52: Aber wenn man denkt, man ist dann viele Meter quasi blind unterwegs und schaut nicht auf die Fahrbahn, sondern schaut auf sein Semmel, schaut auf sein Getränk.
00:16:01: Und bei unseren Fahrversuchen hat sich gezeigt, dass man dann über hundertzwanzig, hundertdreißig Meter quasi nicht auf die Fahrbahn blickend unterwegs.
00:16:09: Und wenn man diese Länge quasi umlegt, das ist ja fast so hoch wie der Stephans da oben hoch ist, ja, ist man dann quasi blind unterwegs.
00:16:15: Und was da alles in der Zwischenzeit passieren kann, um Gottes Willen, da kann viel passieren.
00:16:20: Und leider nimmt es so, ja, und leider nimmt es nicht ab und deshalb ist Bewusstseinsbildung ganz was Wesentlich, dass man allen, das muss man schon anfangen.
00:16:29: im Kindergarten, in der Volksschule, während der ganzen Schulzeit, bis hin zu den Fallen in der Führerscheinausbildung, aber auch bei unseren Erwachsenen und auch bei den Pensionisten und Pensionistinnen, dass man wirklich hinweist darauf, wenn man im Straßenverkehr ist, soll man sich auf den Straßenverkehr konzentrieren und sich nicht ablenken
00:16:46: lassen.
00:16:51: Klaus, ich komme noch ganz gut an das Bilderbuch der Struhlpeter erinnern.
00:16:56: Also, ich bin auch nicht mehr ganz der Jüngste.
00:16:59: Und da hat es immer den Hans Guck in die Luft, der so abgelenkt im Himmel geschaut hat und deshalb ganz verschiedene Unfälle und Hopperlers erlebt hat.
00:17:08: Heute sind es ja einfach die Händegucker, oder wenn wir vorher gehört haben, es ist nicht nur das Hände, das ablenkt, aber es sind einfach immer mehr, die dann im Verkehr auf was anderes achten und sich... Mutig auf die Straße schmeißen, teilweise zu mutig und zu abgelenkt.
00:17:25: Es stimmt natürlich genau, was du sagst.
00:17:27: Das hat zugenommen.
00:17:29: Das dürfen wir nicht vergessen, es hat deutlich zugenommen.
00:17:31: Vor zwanzig, dreißig, vierzig Jahren war viel weniger Ablenkungsspiel.
00:17:35: Wir sind jetzt im Auto auch teilweise überfordert durch alle möglichen Systeme, die drinnen im Auto sind.
00:17:41: Man muss einmal Musik hören.
00:17:44: Man muss am Touchscreen herum tun.
00:17:46: Und das merkt man hier.
00:17:48: Und was vor allem auch aufhaltig ist, die Leute glauben, sie lesen lieber, wie schreiben.
00:17:54: Weil lesen ist sicher.
00:17:55: Nein, lesen ist sogar noch gefährlicher, wie schreiben wir an der Autofahrt.
00:17:59: Es ist beides natürlich gefährlicher, aber das ist so ein Irrglaube, weil man natürlich auch noch verarbeiten muss die Inhalte.
00:18:05: Und das führt zu noch höheren Unaufmerksamkeit und Fehlern.
00:18:08: Bitte mal.
00:18:09: Und
00:18:09: Klaus, man sieht ja auch zum Beispiel bei den Radfahrern oder bei den Rollerfahrern Kopfhörer, extrem viele Kopfhörer im Straßenverkehr.
00:18:16: Und manchmal hört man ja direkt die laute Musik raus und dann nimmt man sich natürlich auch die Möglichkeit, Reaktionen zu setzen, wenn man nicht hört, dass hinten zum Beispiel eine Serene sich heran naht, dass man einen Weg frei macht oder auch ganz banal, wenn ein Auto zurück schiebt oder so, man hört es vielleicht gar nicht.
00:18:34: Das heißt, da nimmt man sich auch die Möglichkeit, richtig zu reagieren und sich selbst vor einem Unfall zu schützen.
00:18:40: Das heißt, da ist auch ein bisschen ein Appell an Radfahrer, an Rollerfahrer, auch an Fußgehende, dass man eben die Ohren auch ein bisschen frei hat und hört und eine Reaktion.
00:18:50: Lästen kann.
00:18:51: Genau, auch Musik hören kann gefährlich sein und zu Unfallen führen.
00:18:54: Und nehmen wir noch her auch Eisenbahnkreuzungen, auch dort.
00:18:58: Also wenn man dort auf die Eisenbahnkreuzungen zufahren, natürlich Musik ausschalten und sich konzentrieren und hören und sehen.
00:19:05: Und Auffällig ist hier, dass viele Ablenkungsarten, dass man die gleichzeitig macht.
00:19:10: Man dort die Musik hören und gleichzeitig aufs Handy schauen und dann sollte man vielleicht nach dem Verkehr beobachten.
00:19:15: Also das ist einfach wahnsinnig viel Anfälle.
00:19:18: Klaus, ich hätte jetzt noch eine Frage, die mich sehr interessieren würde und zwar, helfen moderne Fahrerassistenzsysteme gegen Ablenkung oder schaffen Sie neue Risiken?
00:19:29: Wenn ich es ganz kurz beantworte, sage ich, die Fahrersistenzsystem haben ein Wahnsinnspotenzial.
00:19:34: Fünfzig Prozent aller BKW-Unfälle und zwanzig Prozent aller LKW-Unfälle sind positiv beeinflusstbar durch die Fahrersistenzsysteme.
00:19:42: Also wir hätten hier ein riesengroßes Potenzial vorhin noch die Verletzungsschwere zu reduzieren.
00:19:47: Und jetzt kommt das kurze Aber, aber nur dann, wenn ich diese Fahrersistenz Szenzsysteme auch kennen und mit ihnen umgehen kann.
00:19:56: Wenn ich erst dort dann überlegen muss, wo muss ich jetzt hin drücken, dann steigt wieder die Ablenkung.
00:20:00: Also bitte, man sollte sich jeder wirklich da mit dem Kfz unterwegs ist, mit diesen Fahrersistenzsystemen beschäftigen im Vorfeld, bevor er da mit dem Auto unterwegs ist.
00:20:10: Und auch nicht vergessen, die können auch ein bisschen anders sein, wenn man Auto wechselt.
00:20:14: Man fährt ja nicht immer oft mit dem gleichen Auto.
00:20:16: Bitte vor, sich wirklich erkundigen und sich auch wirklich darauf einstellen.
00:20:19: Und dadurch können Unfälle... reduziert werden und Leben und Leben geschützt
00:20:25: werden.
00:20:25: Also gute Sahne, machen wir es auch wirklich nutz, einstätigen
00:20:27: sie aus.
00:20:28: Ja, es ist grundsätzlich eine sehr gute Sahne und das wird auch in Zukunft das sein, wo wir dann wirklich, wo dann wirklich auch die Unfallzahlen deutlich zurückgehen werden, wenn wir alle autonomen unterwegs sind.
00:20:41: Und ich appelle hier auch dran, probiert es einmal aus in einen sicheren Verkehrsraum, denn wenn man mal spürt, wie der Gurtstraffer einen zurückhält bei einer Notbremsung, das muss man einmal spüren.
00:20:51: Oder wenn man zum Beispiel über eine markierte Linie fährt, wie es dann zupft und zieht am Lenkrad, das sollte man einmal spüren, nicht, dass es mir schreckt, im normalen realen Verkehr zum Beispiel in einer engen Baustelle und dann vielleicht eine extreme Gegenreaktion setzt und dadurch dann eben durch den Schreck ein bisschen verunsichert wird.
00:21:09: Das heißt ausprobieren.
00:21:10: sich das Navierme genau anschauen oder diese Assistenzsysteme genau vor der Fahrt einmal anschauen, einstellen.
00:21:16: Man kann ja manches auch maßschneidern, dass man Abstände einstellt, dass man Alarm, Töne genau maßschneidert und sich selbst aussucht, wie es einen denn besser ist.
00:21:27: Aber eben auseinandersetzen, so wie es da Klaus vorher gesagt hat.
00:21:29: Ja, die Spur, diese Spur-Assistenzsysteme sind ja auch etwas unterschiedlich.
00:21:34: Deshalb sollte man das wirklich vorausprobieren.
00:21:36: Die einen halten nicht immer in der Mitte der Spur, die anderen ziehen.
00:21:39: eher zur Linie dann hin und dann wieder zurück.
00:21:42: Und das sollte man wirklich ausprobieren
00:21:45: vorher.
00:21:45: Was ich aber wichtig finde, ist, dass man noch erwähnen, dass man sich ja nicht nur auf die Systeme verlassen soll.
00:21:51: Also der Lenker ist absolut der Wichtigste in dem ganzen Spiel.
00:21:54: Das andere ist quasi nur das Sicherheitsnetz.
00:21:56: Ja,
00:21:56: das sagt der Name.
00:21:58: Assistenzsystem.
00:21:59: Ja, genau.
00:22:00: Er unterstützt uns.
00:22:00: Ja, braucht
00:22:01: nicht glauben, dass ich da ein Buch lesen kann oder einen Film anschauen kann nebenbei.
00:22:04: Genau,
00:22:04: oder ein Handy checken.
00:22:05: Nein, aber bitte die Verantwortung.
00:22:07: und die Leute wollen aber auch eine Verantwortung haben und nicht alles aus der Hand genommen bekommen.
00:22:13: Aber dann muss ich aber auch aufmerksam sein.
00:22:15: Also ich kann nicht nichts machen und dann glauben, alles ist sicher, sondern ich muss auch noch geistig, aktiv und reaktionsschnell bleiben.
00:22:23: Und wer leider überhaupt keine Assistenz in diese Richtung hat, das sind natürlich unsere Radfahrer, das sind irgendwie die Scooterfahrer, das sind aber auch wir Fußgänger.
00:22:32: Darum glaube ich, ist es dort ganz besonders wichtig, so wichtig wie bei anderen, aber vielleicht eben noch wichtiger, weil mich niemand unterstützt, dass ich mich voll konzentriert auf den Verkehr begebe und eben nicht ablenken lasse.
00:22:45: Ja meine Lieben, unser heutiges Podcast Gespräch neigt sich jetzt schon im Ende zum.
00:22:49: Gibt es von eurer Seite noch eine ganz wichtige Botschaft, die wir vielleicht noch nicht angesprochen
00:22:54: haben?
00:22:55: Bitte, Marion.
00:22:56: Unbedingt Kinder mal auch quasi im Straßenverkehr gut unterrichten, Zeit nehmen, trainieren mit Kindern, dass die jetzt nicht zum Beispiel plötzlich am Fahrbahnrand stehen und glauben, sie können noch drüber laufen.
00:23:10: davon ausgehen, dass der Autofahrer sie unbedingt sieht.
00:23:13: Wirklich, mit Kindern trainieren ist ganz wichtig und bei den Jugendlichen kann man auch sagen, probiert die Systeme im Schonraum aus und geht es nicht davon aus, dass sie immer hundertprozentig auch funktionieren.
00:23:25: Stimmt und das finde ich auch sehr wichtig.
00:23:26: Also L-sebzehn ist ja wirklich eine super Lernzeit, Eltern mit Kindern und da kann man ihnen schon genau die wichtigsten Tipps mitgeben.
00:23:34: Klausi.
00:23:35: Ja, also mein persönlicher Bell lautet Aufmerksamkeit kann Leben retten und das ist egal, ob man jetzt mit dem, ob man jetzt als Kfz-Lenk oder Lenkerin unterwegs ist, ob mit dem Fahrrad, ob mit dem E-Scooter oder zu Fuß.
00:23:46: Volle Konzentration, wenn man im Straßenverkehr unterwegs
00:23:50: ist.
00:23:52: Liebe Marion, lieber Klausi, vielen Dank für eure Zeit und eure umfassenden Informationen heute.
00:23:58: Danke schön.
00:24:00: Ja und liebe Hörerinnen und Hörer, herzlichen Dank auch Ihnen fürs dabei sein.
00:24:04: In unserem nächsten Podcastgespräch geht es dann um das Thema Verletzungsgefahren im Sport.
00:24:09: Wir würden uns freuen, wenn Sie wieder dabei sind.
00:24:11: Bleiben Sie gesund und sicher mobil.
00:24:13: Bleiben Sie fokussiert und konzentriert auf der Straße.
00:24:17: Aufmerksamkeit kann Leben retten.
00:24:19: In diesem Sinne, danke für Ihre Aufmerksamkeit.
00:24:23: Und bis bald bei unserer nächsten Folge von Sicher ist sicher.
00:24:29: Sie hörten Sabine Kaulich und Christian Kreutler, zwei erfahrene Präventionsfachleute des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, im Gespräch mit ÖAMTC-Psychologin Magistra Marion Seidenberger und Diplomingenieur Klaus Robacz vom Kuratorium für Verkehrssicherheit.
00:24:49: Mehr Infos zum Thema dieser KV Podcast-Episode und zu vielen weiteren wichtigen Sicherheitsthemen finden Sie auf unserer Website kv.at.
00:24:59: Alle KFV-Podcast-Folgen sind unter kfv.at slash Podcast
00:25:05: abrufbar.
00:25:06: Abonnieren Sie sicher ist sicher auf Spotify, Apple und YouTube sowie auf allen gängigen Podcast-Plattformen und empfehlen Sie unseren Podcast weiter.
00:25:17: Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal bei Sicher ist sicher, dem Vordenker in den Podcast des KFV.
Neuer Kommentar