Herzensthema Schulwegsicherung: Hilfsbereite Lotsinnen und Lotsen braucht das Land!
Shownotes
Liegt Ihnen die Sicherheit von Kindern am Schulweg genauso am Herzen wie uns? Wissen Sie noch, was der unsichtbare Schutzweg bedeutet und warum Kinder vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen sind? Sind Sie an einem Schüler-LotsInnendienst interessiert und vielleicht sogar selbst bereit zu diesem wertvollen Ehrenamt im Dienste der Sicherheit? Von A wie Ausrüstung bis Z wie Zebrastreifen: AUVA-Experte Mag. Joachim Rauch und die neue Internet-Plattform schulwegsicherung.at liefern alle wichtigen Infos dazu. Guten Schulstart und sicheren Schulweg allen Kids, ein herzliches Dankeschön allen Schüler- und ErwachsenenlotsInnen!
Mehr Info unter kfv.at
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00:00:02: Meine Herren, meine Herren Buam, Servus, Servus, das ist Herr Pietz vom Kuratorium für Verkehrssicherheit. Sche Grüßen, ois leiwand? Aus Salzburg samma. Jawohl. Sehr fein. Wie hast denn du?
00:00:13: Herbert
00:00:14: Herbert und du?
00:00:15: Hermann.
00:00:16: Seids zwei Soizburger?
00:00:13: Ja.
00:00:17: Und hier also in der Uniform der Schülerlotsen, sag einmal, was habt ihr dafür Aufgaben? Erzählts. ´
00:00:22: Oiso wir hom, wir solln die Schüler sicher über die Foahrbahn bringen.
00:00:26: Ja.
00:00:27: Und wir haben aber nicht die, die,
00:00:32: die Gewoit, Gewoit
00:00:33: Gewoit eines Beamtens.
00:00:34: Aso?
00:00:35: Sondern wir müssen eine Verkehrslücke obwarten…
00:00:37: Ja
00:00:38: …und dann die Schülergruppen über die Foahrbahn führen.
00:00:40: Aha! Du konnst dich nicht hinstellen und jetzt da in’d Stroßen springen.
00:00:44: Nein, das geht nicht.
00:00:45: Mit dem, mit dem Stob da, host an Stob. Warum isn der ned rot? Warum ist der gölb? Do is a göber Punkt.
00:00:51: Weil rot, das schaut aus, als ob man so eine Art Polizist wär und des soll nicht sein.
00:00:58: Aha! Und die Autofoahrer, die liaben, die müssen sich hoit nach gölb auch halten. Das ist Achtung, heißt ja gölb, hm? Haßt des so.
00:01:04: Ja.
00:01:05: Aso a Verkehrslücke musst du owarten und dann musst du die Schüler sammeln in Gruppen und hinüberbringen. Bist du da ausgebildet worden für dieses Gschäft?
00:01:12: Zehn Stunden von Exekutivbehandlung.
00:01:15: Jo ned?
00:01:16: Sie hörten den Originalton der historischen ORF TV-Sendung „Was sieht man Neues“ vom 14.11.1964. mit Gastgeber Heinz Conrads und seinem Gast Herbert Skalicky, dem ersten Schülerlotsen Österreichs.
00:01:32: Wow! Ehre wem Ehre gebührt. Guten Abend, die Madln. Servus, die Buam. Die ersten Schülerlotsen Österreichs, waren schon 1964 da. Da war ich noch gar nicht auf der Welt und das KFV war gerade erst mal fünf Jahre alt.
00:01:47: Ja, das ist unglaublich. Aber auch heute noch ist die Schulwegssicherung richtig und wichtig und daran hat sich in den vergangenen 60 Jahren einfach überhaupt nichts geändert, also eine wirklich tolle Aktion.
00:02:00: Sag einmal Sabine, warst du als du noch jünger warst, einmal Schülerlotsin?
00:02:04: Nein, leider ich nicht. Aber eine Freundin von mir war damals im Schülerlotsen-Team in unserer Schule. Ich habe leider bisschen zu weit weg gewohnt, ich hätte es in der Früh nicht geschafft und die hat das ganz, ganz spitze gemacht. Christian, du schon einmal Schulwegkinder gelotst?
00:02:19: Nein, nein, bis jetzt eigentlich noch nie.
00:02:21: Na, sag niemals nie!
00:02:22: Was ich mir schon vorstellen könnte, ist, dass ich in der Pension das Ganze mache, dann so für die Enkelkinder einfach auf dem Schulweg schauen, dass sie sicher unterwegs sind, weil, weißt du, Morgenmuffel bin ich eh schon lang nicht mehr.
00:02:34: Ah, schauen wir mal. Ja, da bringst du die richtigen und die wichtigsten Voraussetzungen eigentlich schon mit, nämlich hilfsbereit bist du ,pünktlich bist, Verantwortungsbewusstsein natürlich, das Know-how hast du ja sowieso und natürlich die Motivation.
00:02:49: Ja klar, Sabine. Vielen Dank für die Blumen, aber ganz ehrlich, Ich finde schon die freiwilligen Lotsinnen und Lotsen, machen eine wunderbare, eine tolle und wichtige Arbeit und sind richtige Vorbilder. Weil ja gerade heute die Hilfsbereitschaft ein hohes, aber vielleicht auch eben ein seltenes Gut in unserer Gesellschaft ist.
00:03:06: Ja, Christian, da hast du ganz recht und über diese wirklich ehrenvolle Aufgabe der Schüler,- und der Erwachsenenlotsen, über die werden wir heute sprechen.
00:03:15: Ja, und wie immer haben wir einen Gast bei uns. Zu Gast im Studio ist heute Mag. Joachim Rauch. Er ist Entwicklungspsychologe und Schulweg-Sicherheitsexperte der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt, also der AUVA. Ja, und er wird uns heute über die neue Internetplattform berichten, auf der alle interessierten Eltern, Großeltern, Lehrpersonen, Kinder, alle wichtigen Infos zum Thema Lotsendienst am Schulweg nachlesen können und mit den Videos, die es darauf gibt, sogar nachschauen können. Bleiben Sie also dran!
00:03:47: Sicher ist sicher, der Vordenker*innenpodcast des KFV. Episode 30: Herzensthema Schulwegsicherung. Hilfsbereite Lotsinnen und Lotsen braucht das Land.
00:04:02: Liebe Hörerinnen und Hörer, herzlich willkommen. Lieber Joachim, schön, dass du bei uns im Studio bist.
00:04:08: Hallo, liebe Sabine, danke für die Einladung.
00:04:10: Ja, der Schulbeginn, der steht vor der Tür und ein Schulwegexperte sitzt neben mir. Lieber Joachim, du bist seit ungefähr 30 Jahren mit dem Themenkreis Mobilität und Sicherheit vertraut. Du bist selbst ja auch Familienvater, wie ich weiß und das Thema Schulwegssicherung, das liegt dir ja ganz persönlich am Herzen. Kann man das so in etwa zusammenfassen? Habe ich dich da richtig beschrieben?
00:04:33: Genauso kann man das zusammenfassen, lieber Christian. Danke. Ich bin mittlerweile seit knapp 30 Jahren in der Prävention beschäftigt, kümmere mich auch um Schulwegsicherheit und bin auch privat sehr daran interessiert, meine drei Töchter, die mittlerweile erwachsen sind, hatten auch einmal einen Schulweg zu absolvieren. Da durfte ich sie begleiten. Heute ist es wohl mehr ein Studienweg, den sie machen.
00:04:55: Ja, wow, schon so große Mädels hast du. Das ist ja wunderbar, wenn man so die Kinder begleiten kann, wenn sie dann schon erwachsen sind und wenn man weiß, es ist alles gut gegangen und man hat es richtig gemacht. Lieber Joachim, kommen wir zurück zu den Schulkindern. Was tut sich nun im Bereich der Schulwegssicherung? Da gibt es ja eine neue Informationsplattform, über die wir heute sprechen möchten und um es mit dem Worten von Heinz Conrads zu sagen, „Was gibt es Neues?“
00:05:23: Es gibt etwas ganz, ganz Neues und zwar es gibt die neue Schulwegssicherungsplattform. Die kümmert sich um den Lots*innendienst in Österreich, nämlich schulwegssicherung.at, ist die neue Informations,- und Lehrplattform für alle interessierten Personen mit ganz vielen Lehrvideos, wo man eine Top-Ausbildung konsumieren kann und wo man auch, und das ist uns ganz wichtig, sich regionale Unterschiede durchschauen kann, denn auch Lots*innendienste in Österreich sind auf Bundesländerebene unterschiedlich geregelt.
00:05:54: Ja, super Sache, zumindest klingt es so. Eine super Sache ist diese neue Website. Wir werden später noch bisschen mehr darüber hören. Gerade für die Jüngsten auf der Straße, nämlich die Volksschulkinder generell und vor allem nämlich die, die das erste Jahr dabei sind, also die Tafelklassler im Besonderen, ist der Schulweg ja wirklich eine große Herausforderung.
00:06:14: Unbestritten! Das ist ein elementarer Einschnitt in das neue Leben von Heranwachsenden und da braucht es Begleitung. Da braucht es Begleitung, professionelle Begleitung von Eltern, von Erziehungsberechtigten, die mit den Kindern das Unterwegssein im Straßenverkehr trainieren und von Begleitung hin zur Unbegleitung kommen und das ist das Wesentliche, dass Erziehungsberechtigte sich die Zeit nehmen und das zu tun.
00:06:39: Also besser der zu Fuß gehende Schulbus als das Elterntaxi von der Haustür bis zum Schultor. Denn die Elterntaxi stellen ja für viele Schulen ein wirklich großes Problem da, nicht wahr, Joachim?
00:06:50: Unbestritten, denn es ist so, dass Elterntaxis im Schulumfeld oft Fläche verparken, die Dinge für andere Kinder uneinsehbar machen und eigentlich eine große Herausforderung darstellen für alle Schüler*innen, die zu Fuß in die Schule kommen, weil hier einfach Sichtfläche verparkt wird und das macht für aktive teilnehmende Schüler*innen große Probleme.
00:07:14: Das heißt, wir haben so in vielen Schulen oder vor vielen Schulen in der Früh und zu Mittag so bisschen ein Verkehrschaos. Die Eltern fahren zu, die Eltern fahren weg, sie reversieren, sie drehen um. Sie sind sogar rückwärts unterwegs, wo man natürlich auch sichteingeschränkt ist, also eigentlich schon eine Gefahr für die anderen Kindern, wo man das eigene Kind mit dem Auto direkt vor die Schule bringt.
00:07:37: Unbestritten, das ist so und vor allem, man nimmt auch Kindern die Chance, Fertigkeiten und Fähigkeiten für das Mobil unterwegs sein zu lernen und das ist schade, weil als Mitfahrende im Pkw habe ich keine Chance, Verkehrsgeschehen wahrzunehmen und auch zu lernen, welche Rolle ich im Straßenverkehr spiele und das macht es wichtig, abgesehen davon, Bewegung hält auch fit und gemeinsame Bewegung im Straßenverkehr macht mich auch fitter in meinen Verkehrskompetenzen und das ist elementar.
00:08:12: Die Gefahr ist ein bisschen, dass man so Couchpotatoes erzieht, wenn man sie nur mit dem Auto in die Schule bringt.
00:08:18: Das könnte schon sein, dass wir einfach auch den Kindern die Bewegungskompetenz ein bisschen nehmen und was wir unbedingt wissen, bewegungskompetente Kinder sind auch verkehrskompetenter. Das ist elementar.
00:08:29: Ja und da gibt es ja eine gute und in Österreich aber noch sehr junge Maßnahme, da sind es die Schulstraße, die jetzt in der Straßenverkehrsordnung verankert ist. Für die, die es nicht kennen, also da gilt dann zu bestimmten Zeiten ein Fahrverbot, das ist wirklich eine tolle Maßnahme. Ja, und die Schulstraße, die fördert ja genau das, die aktive Bewegung der Kinder und unterbindet dieses Taximama, Taxipapa bis vor das Schultor hin.
00:08:58: Also die Schulstraße schafft Platz fürs aktive Mobilsein unmittelbar im Einzugsgebiet der Bildungseinrichtung, Kindergarten und oder Schule und gibt den Schüler*innen die Möglichkeit, die letzten Meter in die Schule zu Fuß absolvieren, um hier auch Lernerfahrungen zu sammeln.
00:09:16: Ja, super Sache, also, letzte Meter zu Fuß, hast du schon gesagt. Es könnte natürlich auch sein, dass man mit dem Fahrrad unterwegs ist oder vielleicht auch mit dem Scooter.
00:09:24: Alles möglich, ganz klar. Jedenfalls aktiv.
00:09:27: Kommen wir jetzt zu unserem heutigen Schwerpunktthema, nämlich die Schulwegssicherung. Schulwegssicherung, die spielt an neuralgischen Querungsstellen im Umfeld der Schule eine ganz essenzielle Rolle. Die Schüler lotsen und die Erwachsenen lotsen Sorgen, nämlich damit ihren persönlichen Einsatz für mehr Sicherheit, wenn Kinder queren wollen. Joachim, wie wird denn der Wunsch, also wenn man jetzt wirklich einen Lotsendienst versehen möchte, Wirklichkeit, welche organisatorischen Schritte müssen denn da gesetzt werden?
00:09:58: Also unserer Erfahrung nach kommt der Wunsch einer Begleitung am Schulweg, zumeist von den Erziehungsberechtigten, von den Eltern, die wenn sie beispielsweise im gemeinsamen Klassenforum der ersten Klasse oder bei Elternabenden an die klassenführende Pädagogin, an die klassenführende Lehrperson, um das Thema zum Thema zu machen und dann geht es zumeist von der klassenführenden Pädagogin an die Schulleitung und die leitet dann alle notwendige Schritte ein. In meiner Heimatstadt zum Beispiel hat die Schulleitung Kontakt aufgenommen mit Vertreter*innen der Stadtgemeinde und Vertreter*innen der Polizei und Personen aus der Lehre und dann hat man hier im Schulgemeinschaftsausschuss diese Schulwegsicherung über die Lotsendienste gemeinsam geregelt.
00:10:48: Ja, ist irgendwie verständlich, die Eltern machen sich Sorgen um die Kinder und deshalb geht vielleicht die Initiative eben auch vor diesen Erziehungsberechtigten bzw. vom Elternverein dann aus.
00:10:57: Ganz genau und dann ist der nächsten Schritt eben an die Schulleitung. Die Schulleitung kümmert sich dann darum, dass mit der Exekutive gemeinsam die Schulwegssicherung stattfindet und währenddessen kümmern sich die klassenführende Pädagoginnen darum, dass man Schüler*innen akquiriert und dafür begeistert, diesen Lotsendienst dann auch zu absolvieren.
00:11:18: Also Schüler und Schülerinnen, also in den meisten Bundesländern ist das so ab der siebten Schulstufe, die sich freiwillig und aber auch ehrenamtlich in den Dienst der Schulwegssicherung stellen, das sind unsere Schülerlotsen.
00:11:30: Und Schülerlotsinnen!
00:11:33: Genau so ist es und alle die, die diesen Lotsinnendienst absolvieren, bei uns, bei der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt, kurz AUVA, für diese Zeit auch unfallversichert.
00:11:45: Ja und es sind ja nicht nur Jugendliche, die das machen, sondern eben auch erwachsene Personen, die da freiwillig und ehrenamtlich diesen Schulwegssicherungsdienst machen können, die nennt man dann Erwachsenenlotsen.
00:11:56: Oder?
00:11:57: Erwachsenenlotsinnen.
00:11:58: So ist es, Christian. Ganz genau, also erwachsene Personen, die sich auch in den Dienst der Schulwegsicherung stellen wollen, sind dann Erwachsenenlots*innen oder auch Schulwegpolizist*innen und können dann den Schulweg sichern, zumeist sind es beispielsweise Großeltern, die sich da in den Dienst der Sicherung stellen, aber auch Erziehungsberechtigte, die sich die Zeit vielleicht gut einteilen können und die Schulwegsicherung damit absolvieren können.
00:12:23: Ja, tolle Sache aber auch, wenn man da freiwillig eben zur Sicherheit der Kinder unterwegs ist.
00:12:28: Joachim, wo kann sich denn jetzt der Christian melden, wenn er ein Erwachsenenlotse werden will?
00:12:34: Also da habe ich einen ziemlich raschen Tipp für dich, lieber Christian. Du wendest dich zum Beispiel an die nächste Polizeiinspektion und sagst, ich möchte gerne den Lotsendienst versieren oder du gehst zur Schulleitung und deponierst dort deinen Wunsch, dass du gerne dich für dieses Ehrenamt engagieren möchtest und dann beginnt das Rad zu laufen.
00:12:53: Klingt recht einfach und ist auf jeden Fall eine gute Geschichte. Gibt es eigentlich in den österreichischen Bundesländern organisatorische Unterschiede so in Bezug auf den Lotsendienst oder ist das überall gleich?
00:13:06: Also ja, es gibt Unterschiede, es gibt Bundesländerunterschiede, die sind auf schulwegsicherung.at nachlesbar, da kann ich mich informieren. Was grundsätzlich für ganz Österreich gilt, ist die grundsätzliche Regelung in der Straßenverkehrsordnung, kurz STVO, die diese Lots*innendienste ganz klar regelt.
00:13:26: Die persönliche Eignung der freiwilligen Schülerlots*innen und Erwachsenenlotsen muss ja gegeben sein. Wer prüft denn diese Eignung?
00:13:36: Du hast völlig recht. Es braucht hier eine Eignung für diesen Dienst und diese Eignung stellen Polizeibeamt*innen im Rahmen der theoretischen und praktischen Ausbildung fest.
00:13:46: Ja und ich glaube genau, diese Ausbildung die ist es ja auch, die für die Lotsinnen und die Lotsen das A und O ist. Ich habe mir das mal angeschaut, gemeinsam mit der Polizei und ich muss sagen, allein die Ausbildung selbst, bringt für einen selbst oder vor allem auch für die jungen Menschen so viel, um einfach noch sicherer im Straßenverkehr unterwegs zu sein.
00:14:06: Das ist ganz unbestritten, Christian, das ist ja elementar, diese Ausbildung und die legt auch zugrunde, wie ich den Lots*innendienst anzulegen habe und deswegen haben wir auf schulwegsicherung.at darauf hingewiesen und machen mit Lehrvideos deutlich, wie wichtig die Ausbildung ist und da kann ich mich eben gut vorinformieren.
00:14:24: Ganz wichtig vielleicht auch noch, die einzelnen Lotsen sind in ein Lotsenteam eingebunden, also niemand muss diese Aufgabe allein an einem Standort machen, also das Team legt dann einfach fest, wer wann die Tätigkeit am konkreten Standort ausübt, es gibt einen Dienstrad. Ja, und jetzt sollten wir noch kurz über das Outfit und das Equipment der Schülerlotsen und Erwachsenenlotsen sprechen. Wie schaut denn die gesetzlich vorgeschriebene Ausrüstung aus?
00:14:54: Also, Sabine, ich versuche mal, alle notwendigen Ausrüstungsgegenstände, die ich für das Absolvieren des Dienstes brauche, aufzuzählen. Es beginnt mit einer hellen Kappe. Dann brauche ich eine Warnweste oder einen Mantel, jeweils mit reflektierenden Streifen, einen Signalstab, dann gibt es auch noch einen Ausweis und ein Handbuch. Was ich jedenfalls beim Dienst immer tragen muss, ist die Kappe, die Warnweste und ich muss auch den Signalstab dabeihaben.
00:15:24: Und wann bekommt man denn diese Ausrüstung?
00:15:27: Die Ausrüstung wird allen interessierten Personen vor dem ersten Dienst zur Verfügung gestellt.
00:15:33: Und ist das in allen Bundesländern gleich? Wo bekommt man denn die?
00:15:40: Also, nein, es ist verschieden. Es ist auf Bundesländerebene verschieden geregelt und auch hier lohnt sich ein Blick auf schulwegsicherung.at, um herauszufinden, wie ich denn zu meinen Ausrüstungsgegenständen komme.
00:15:53: Ja, Joachim, Schülerlotsen dürfen ja Fahrzeuglenkende nicht anhalten. Die Erwachsenenlotsen dürfen das schon. Welche Standorte sind jetzt so für Schülerlotsen eben besonders geeignet und wo kommen sinnvollerweise Erwachsenenlotsen zum Einsatz?
00:16:09: Da lohnt sich ein Blick in die geltende Straßenverkehrsordnung, kurz STVO, die regelt ganz genau, wo Schülerlots*innen tätig sein dürfen und was Erwachsenenlots*innen alles tun dürfen. Schülerlots*innen regeln den Verkehr im Schulumfeld, im Kindergartenumfeld und zwar immer dort, wo eine Querungsstelle nicht durch ein Lichtzeichen, kurz eine Ampel, geregelt ist, also einen Zebrastreifen, der ohne Lichtsignal auskommt, ohne Ampel auskommt, dort sind Schülerlots*innen tätig und unterstützen die Kinder beim Queren der Fahrbahn. Sie warten eine Verkehrslücke ab, aber sie dürfen den Verkehr nicht anhalten und das ist schon der Unterschied zu den Erwachsenenlots*innen. Die regeln den Verkehr zum Beispiel, wo gar keine andere Querungshilfe ist, zum Beispiel wo gar kein Zebrastreifen vorhanden ist. Dort können Erwachsenenlots*innen tätig werden und die dürfen auch den Verkehr anhalten, um den Kindern das sichere Queren zu ermöglichen.
00:17:08: Und wir sollten auch noch kurz über den unsichtbaren Schutzweg sprechen, den gibt es ja auch noch in der Straßenverkehrsordnung. Und zwar Fahrzeuglenkende müssen Kindern ja immer und überall das gefahrlose und unbehinderte Überqueren der Fahrbahn ermöglichen. Man kann es ja nicht oft genug betonen, dass das wichtig ist, Joachim, oder?
00:17:26: Ganz genau, also zusammengefasst kann man sagen, Kinder haben im Straßenverkehr immer und überall Vorrang. Das heißt, Kindern ist immer der Vorrang einzuräumen und das ungehinderte Queren der Fahrbahn zu ermöglichen. Alle Verkehrslenkenden sind aufgerufen, sich dieses Thema vor Augen zu halten und auch immer darauf Rücksicht nehmen. Warum ist das eigentlich so? Weil Kinder bestechen durch Kind sein, Kinder sind leichter ablenkbar, für Kinder ist der Straßenverkehr maximal langweilig, für Kinder, die schauen durch andere Augen. Kinder sehen anders, Kinder hören anders und das muss ich wissen und alles das ist auch der Grund, warum Kinder vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen sind.
00:18:10: Ja, Kinder an die Macht, hat ja schon Herbert Grönemeyer gesungen. Was ich mir jetzt einfach noch wünschen würde wäre mehr Achtsamkeit den Kindern gegenüber, mehr Rücksichtnahme, mehr Schutz und mehr Sicherheit den Jüngsten auf der Straße. Und ein großes Lob und Dankeschön nochmals an all jene. die Kinder den Schulweg erleichtern, indem sie einfach einen persönlichen Einsatz bringen und das freiwillig und ehrenamtlich Tag für Tag für mehr Sicherheit sorgen.
00:18:38: Dafür bedanke ich mich auch ganz herzlich bei den Erziehungsberechtigten, bei den Großeltern, auch bei all jenen, die ihren Zivildienst leisten und im Rahmen dessen, dieses Ehrenamt gerne übernehmen. Es ist ein wesentlicher Bereich, um Schüler*innen das sichere Queren der Fahrbahn zu ermöglichen.
00:18:55: Joachim, möchtest du vielleicht auch noch einen Appell an die erwachsenen Straßennutzenden, vor allem die motorisierten Verkehrsteilnehmenden richten? Eine Botschaft, die du den Großen zum Schutz der Kleinen mit auf den Weg gibst.
00:19:10: Danke für die Einladung, mache ich ganz gerne, wenn ich vorher gesagt habe, Kinder haben immer und überall Vorrang, dann holen wir uns das in Erinnerung. Gehen wir davon aus, dass wir immer mit Kindern im Straßenverkehr rechnen müssen und gehen wir davon aus, dass Kinder diesen auch anders wahrnehmen und nehmen wir mehr Rücksicht. Das heißt, spätestens im Schulumfeld, im Kindergartenumfeld: Tempo runter, Tempo runter, mehr Achtsamkeit, ablenkungsfrei durch den Schulweg gehen, navigieren und den Kindern das sichere Queren immer und überall ermöglichen und nehmen wir uns Zeit auch, ihr habt es glaube ich in einem Podcast einmal schon erwähnt, in einem der ersten Schule-Podcasts: Gehen wir in Augenhöhe der Kinder. Schauen wir mal, wie Kinder den Straßenverkehr wahrnehmen mit einer durchschnittlichen Augenhöhe von 80 cm. Das macht einen Unterschied. Dann sehe ich, was Kinder alles nicht sehen können und das lässt uns einen Aha-Moment erleben, weil dann wird für uns auch klar, was Kinder jedenfalls nicht wahrnehmen können und dafür lohnt es sich, Zeit zu nehmen, um auch für mehr Achtsamkeit im Verkehr zu sorgen.
00:20:20: Danke, Joachim, danke für diese klaren Worte. Ich habe einmal gehört, Kindsein, das ist kein Kinderspiel. Das ist wohl wahr, wenn man das so hört, was du gerade sagst und umso wichtiger sind daher Achtsamkeit und Rücksichtnahme von uns Erwachsenen. Wir haben es jetzt öfter schon gesagt, aber ich glaube, das kann man nicht genug oft wiederholen.
00:20:38: Die Adresse der neuen Info-Plattform rund um das Thema Schulwegsicherung lautet also?
00:20:43: Schulwegsicherung.at
00:20:46: Ja, von A wie Ausrüstung bis Z wie Zebrastreifen. Findet man dort für alle Lotsen und Lotsinnen wichtige Informationen, nämlich auch für die, die vielleicht noch diese Tätigkeit machen wollen in Zukunft?
00:21:01: Ganz genau. Hier haben wir komprimiert für alle Interessierten alles zusammengetragen, was denn den Lots*innendienst betrifft in ganz Österreich und ich darf mich bei allem recht herzlich bedanken, die dieses Ehrenamt freiwillig und gerne übernehmen. Es ist ein wesentlicher Punkt, um Kindern das Queren Fahrbahn sicher zu ermöglichen und ich bedanke mich herzlich dafür, es ist für mich ein ehrliches Herzensanliegen. Danke dafür.
00:21:26: Lieber Joachim, vielen vielen Dank für den Besuch heute bei uns im Studio.
00:21:30: Sehr gerne Sabine, Dankeschön.
00:21:32: Liebe Hörerinnen und Hörer, vielen Dank fürs Dabeisein und für Ihre Treue. Unsere dreißigste Podcastfolge war das heute schon!
00:21:44: In unserer September-Ausgabe geht es dann erneut um das Thema Kindersicherheit, nämlich um den halbrunden Geburtstag und die neue Website von unserem Helmi, dem seit Generationen beliebten und sogar international bewunderten Maskottchen der Kindersicherheit. Bleiben Sie hilfsbereit, bleiben Sie achtsam und rücksichtsvoll, betrachten Sie die Welt rund um immer wieder mal mit Kinderaugen. Es lohnt sich im Sinne der Sicherheit.
00:22:09: Guten Schulstart und guten, sicheren Schulweg allen Kids! Alles Gute allen Lotsinnen und Lotsen und bis bald bei unserer nächsten Ausgabe von Sicher ist sicher.
00:22:21: Sie hörten Sabine Kaulich und Christian Kräutler, zwei erfahrene Präventionsfachleute des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. Zu Gast im Studio war Mag. Joachim Rauch, Entwicklungspsychologe und Verkehrssicherheitsexperte der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt AUVA. Mehr Infos zum Thema dieser KFV Podcast Episode und zu vielen weiteren wichtigen Sicherheitsthemen finden Sie auf unserer Website kfv.at. Alle KFV-Podcast-Folgen sind unter kfv.at/podcast abrufbar. Abonnieren Sie Sicher ist sicher auf Spotify, Apple und YouTube sowie auf allen gängigen Podcatcherplattformen und empfehlen Sie unseren Podcast weiter. Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal bei Sicher ist sicher, dem Vordenker*innen Podcast des KFV.
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