Frohe, brandfreie Weihnachten! So sorgen Sie für stimmungsvollen Lichterglanz – mit Sicherheit.
Shownotes
Es weihnachtet sehr: Vom Adventkranz bis zum Christbaum erstrahlt im heimeligen Zuhause meist ein romantisches Lichtermeer. Unsere KFV Podcast Moderator*innen, DI Sabine Kaulich und DI Christian Kräutler, beleuchten daher in dieser vorweihnachtlichen Podcast-Folge wichtige Brandschutz-Tipps rund ums Thema Kerzenschein und Elektro-Lichterglanz. Da das Christkind oft auch viele elektronische Geschenke bringt, wird auch die Vermeidung von Akkubränden thematisiert – und ums sichere Silvesterfeuerwerk geht es zu guter Letzt auch.
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Sabine Kaulich: Christian, es weihnachtet sehr. Sag, hast du schon alle Weihnachtsgeschenke?
Christian Kräutler: Sabine meine Geschenke kriege ich erst zum Heiligen Abend.
Sabine Kaulich: Naja, ich glaube du hast wieder mal bei den Scherzkekserln in der Keksdose übernachtet.
Christian Kräutler: Apropos Keks, hast du eigentlich schon die Kekse gebacken, die du heuer brauchst?
Sabine Kaulich: Ja, sicherlich. Und ich bin auch immer brav dabeigeblieben, wenn die Kekserln im heißen Backofen waren. Da lass ich nichts anbrennen.
Christian Kräutler: Apropos anbrennen. Heute geht es hier um das Thema sichere und brandfreie Weihnachten, denn Weihnachten, das ist so eine Hochsaison für die Zimmerbrände. Für die Feuerwehren heißt es dann oft einmal, dass es leider nicht die stillste Zeit des Jahres ist.
Sabine Kaulich: Wir werden also heute das Thema Brandschutz in den Fokus rücken. Worauf muss man beim Umgang mit echtem und elektrischem Licht achten? Wie verhindert man Akkubrände? Es liegen ja immer wieder viele Geschenke elektronischer Natur unter dem Christbaum. Das Thema Akkusicherheit ist also ein Wissenswertes.
Christian Kräutler: Und Sabine, wir haben ein paar spannende Fragen mitgebracht. Also meine Lieblingsfrage ist, wie lange dauert es, bis ein Christbaum im Vollbrand steht? Liebe Hörerinnen und Hörer, was glauben denn Sie, wie lange das dauert? Wir lösen auf jeden Fall das Rätsel bald auf, also bleiben Sie dran. Mein Name ist Christian Kräutler, hallo allerseits.
Sabine Kaulich: Mein Name ist Sabine Kaulich, herzlich willkommen zu einem Podcast zum Thema Weihnachtszeit und Brandsicherheit. Wir schauen auch gleich in Richtung Jahreswechsel, welche wichtigen Grundregeln muss man für ein sicheres Silvesterfeuerwerk beachten. Bis gleich.
Catharina Ballan: Sicher ist sicher, der Vordenker*innen Podcast des KFV. Episode 22. Frohe brandfreie Weihnachten. So sorgen Sie für stimmungsvollen Lichterglanz mit Sicherheit.
Christian Kräutler: Advent, Advent, der Christbaum brennt.
Sabine Kaulich: Na hoffentlich nicht, Christian. Um genau diese unliebsamen Christbaum- und Adventkranzbrände zu vermeiden, geht es heute bei uns um das Thema Brandsicherheit zur Weihnachtszeit.
Christian Kräutler: Ja, und das ist wirklich ein wichtiges Thema. Es ist deshalb wichtig, dass man die fröhliche Weihnachtszeit und die stille Nacht genießen kann, nämlich ohne Blaulicht und ohne Löscheinsatz. Wer den österreichischen Kultfilm „Single Bells“ kennt, der weiß eigentlich schon Bescheid. Ein Christbaum, der steht nämlich innerhalb weniger Sekunden im Vollbrand. Weißt du, Sabine, wie viel es genau ist und wie viele Sekunden?
Sabine Kaulich: Ich würde sagen zehn Sekunden.
Christian Kräutler: Ja, top vorbereitet, wie immer, meine liebe Kollegin. Ja, Brandversuche haben das nämlich gezeigt, dass so ein schmucker Christbaum, der voll in Deko steht, innerhalb von zehn Sekunden im Vollbrand ist, wenn er besonders trocken ist, und da gibt es auch im Internet immer wieder ganz krasse Videos dazu.
Sabine Kaulich: Ja, da hast recht, nämlich diese rund 400.000 Nadeln eines zwei Meter hohen Baumes, also einer hohen Fichte oder einer Tanne, die sind eben Träger ätherischer Öle.
Christian Kräutler: Ja, und das wiederum macht so einen Christbaum leider oft einmal zu so einem absoluten Burner. Vor allem dann eben, wenn er längere Zeit schon in einem beheizten Innenraum war, weil da ganz einfach der Wassergehalt von den Pflanzen, und so ein Baum ist ja eine Pflanze, bereits abgebaut ist, also es wird die Nadel sehr, sehr trocken und damit brennt es einfach auch leicht.
Sabine Kaulich: Also diese weihnachtliche Brandgefahr sollte man nicht unterschätzen.
Christian Kräutler: Ja! Und Kerzenschein und auch Lichterglanz, die gehören ja zu Weihnachten einfach absolut dazu. Und Advent und Weihnachtszeit, die erwärmen das Gemüt, weil wir eben alles so beleuchten und gerne im schmucken Heim zu Hause sitzen, aber leider ist es eben auch die brandgefährlichste Zeit des Jahres, genau nämlich deshalb.
Sabine Kaulich: Ja, da hast du recht. Also die Kerzerln, die mögen wir alle sehr gern. Es geht aber leider eine große Brandgefahr davon aus, nämlich besonders dann, wenn man brennende Kerzen vergisst, wenn man den Raum verlässt oder wenn man eine andere Nebentätigkeit macht und dann einfach zu Bett geht und drauf vergisst.
Christian Kräutler: Da habe ich was für dich. Ich habe in Ruhe mein Buch gelesen und auf einmal war es ganz hell im Raum, als ich aufsah, brannte der Adventkranz auf dem Tisch lichterloh. Sabine, weißt du, woher das kommt?
Sabine Kaulich: Nein?
Christian Kräutler: Das ist jetzt kein Gedicht oder Buch, sondern wir haben Interviews gemacht mit den Personen, bei denen es zu Hause gebrannt hat. Und wir haben gefragt, wie ist denn das entstanden? Und genau das ist so ein typischer Fall, wie es eben zu Bränden kommt. Man merkt es gar nicht, auf einmal brennt es lichterloh, und teilweise kann das eben auch schon zu spät sein. Es ist definitiv so, dass diese Brandgefahr unterschätzte Gefahr ist die eben von brennenden Kerzen ausgeht. Sie lässt sich aber durch ein paar relativ einfache Vorkehrungen stark reduzieren.
Sabine Kaulich: Fassen wir die einfach kurz einmal zusammen.
Christian Kräutler: Machen wir das.
Sabine Kaulich: Also die wichtigste Botschaft überhaupt, lassen Sie die Kerzen niemals unbeaufsichtigt brennen.
Christian Kräutler: Ja und manchmal muss man die Kerzen auch tauschen. Wechseln Sie eben regelmäßig heruntergebrannte Kerzen auf dem Adventkranz oder eben auf den Christbaum. Und zwar bevor sie so klein sind und es auf den Baum übergreifen kann, das Feuer.
Sabine Kaulich: Wichtig: Der Sicherheitsabstand. Kerzen sollten immer in ausreichendem Abstand, also ungefähr 50cm, zu Vorhängen und zu anderen brennbaren Materialien positioniert sein. Christbaumkerzen am besten immer auf stabile Zweige setzen und mindestens 20cm von Schmuck und anderen Zweigen entfernt.
Christian Kräutler: Schön sind schon die Wunderkerzen, aber wenn man die einmal angezündet hat, dann kann man sie fast nicht mehr löschen, das sollte man berücksichtigen.
Sabine Kaulich: Ja und verwenden Sie vorzugsweise elektrische Kerzen, also zum Beispiel diese LED-Lämpchen für den Christbaum.
Christian Kräutler: Ja und umfallen sollte Christbaum auf keinen Fall auch, wenn eine Katze zum Beispiel draufspringt. Deshalb ist es wichtig, dass wir kippsichere Christbaumständer verwenden.
Sabine Kaulich: Am besten mit Wasser gefüllt, Christian, oder?
Christian Kräutler: Am besten mit Wasser gefüllt, weil dann bleiben nämlich die Nadeln auch länger frisch und entzünden sie nicht so leicht.
Sabine Kaulich: Genau. Ganz wichtig, verwenden Sie keinen Schnee aus der Dose. Benutzen Sie auf keinen Fall Christbaumschnee aus Spraydosen, wenn die Kerzen bereits brennen. Durch diese brennbaren Treibmittel können diese Sprays zu wahren Flammenwerfern werden. Und auch der zumeist brennbarer Kunstschnee selbst kann gefährliche Stichflammen bewirken.
Christian Kräutler: Ja, wichtig ist natürlich auch die Löschbereitschaft. Das heißt jetzt nicht, dass man in der Feuerwehruniform Stille Nacht singen soll, aber was man auf jeden Fall braucht, ist ein Feuerlöscher, oder wenn es keinen Feuerlöscher gibt, halt zumindest einen Kübel Wasser, ganz in der Nähe vom Christbaum. Und eins ist auch noch wichtig: Wenn es einmal brennt, nicht zögern und denken es wird jetzt mein Boden nass, sondern wenn es brennt, dann rüber mit dem Wasser. Es ist immer noch besser, ich lösche das schnell, als das ganze Zimmer ist im Vollbrand.
Sabine Kaulich: Ja, und Feuer hat eine magische Wirkung auf Kinder. Deshalb ist es jetzt ganz wichtig, lassen Sie Ihre Kinder nie unbeaufsichtigt im Umfeld brennender Kerzen. Ja, und auch Streichhölzer und Feuerzeuge müssen für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden.
Christian Kräutler: Du und Sabine, ich habe da so ein bisschen ein Spleen, das muss ich noch kurz erzählen. Also bei uns, wenn wir da irgendwie die Kerzerl daheim brennen haben, das beginnt schon in der Adventzeit oder geht bis über Weihnachten hinaus, dann muss ich immer, wenn alle schon im Bett sind, mache ich so einen Rundgang. Das ist so wie früher diese Nachtwächter, die es geben hat. Da schalte ich mal das ganze Licht aus und schaue, ob da nicht irgendwo noch ein Kerzerl brennt. Das klingt komisch, aber ich habe immer wieder einmal irgendwo ein Kerzerl, dass ich sonst vergessen hätte, genau so gesehen und konnte es dann eben so noch, bevor man wirklich ins Bett geht, ausblasen. Also ich bin quasi bei uns daheim der Nachtwächter.
Sabine Kaulich: Das ist gescheit. Und da gebe ich dir auch gleich einen Tipp, oder wie ich es einfach mache. Ich liebe ja den Duft von frischen Tannenzweigen.
Christian Kräutler: Ja wer nicht!
Sabine Kaulich: Ja, und deshalb, wenn der Adventkranz noch so richtig schön ist, zünden wir ihn, wenn wir gemeinsam am Tisch sitzen, an und danach gebe ich ihn einfach wieder auf die Terrasse hinaus. Und das führt dazu, dass bis nach Weihnachten ist mein Adventkranz noch wirklich schön und andere schauen schon total vertrocknet aus.
Christian Kräutler: Du aber nach Weihnachten dann zumindest wegschmeißen, nicht nächstes Jahr wiederverwenden. Aber es ist sicher ein guter Tipp, danke dafür.
Sabine Kaulich: So, Christian, jetzt kommen wir zu dem Thema Lichterketten, künstliche Beleuchtung. Denn Lichterketten können leider auch bei falschem Einsatz oder mangelhafter Qualität zu Brandquellen mutieren, also wie gesagt, Lichterketten, da ist man eigentlich auf der sicheren Seite, aber ein paar Dinge sollte man einfach trotzdem beachten. Sag, Christian, hast du eigentlich so ein leuchtendes Rentier im Garten oder so einen strahlenden Weihnachtsstern im Fenster?
Christian Kräutler: Nein, also ein Rentier habe ich nicht. Eigentlich habe ich auch keinen Stern, aber es gibt schon das eine oder andere Lämpchen auf unserem Baum vorm Haus. Das habe ich ja ganz gern. Das schaut immer schön aus, wenn man so durch die Straßen geht und es ist dann wirklich beleuchtet vor den Häusern.
Sabine Kaulich: Ma sehr romantisch.
Christian Kräutler: Ja schau, ich bin eben ein Romantiker.
Sabine Kaulich: Aber trotz romantischer elektrischer Beleuchtung sollte man ein paar Tipps eben beachten.
Christian Kräutler: Da hast absolut recht Sabine. Erfahren wir die auch von dir?
Sabine Kaulich: Ich starte einmal. Also für mich persönlich ganz wichtig, man sollte die Lichterketten jedes Jahr, bevor man sie sozusagen verwendet, einmal überprüfen. Bei kleinen Beschädigungen sollte man die Lichterketten einfach nicht verwenden. Denn die können im schlimmsten Fall zu einem Stromschlag oder zu einem Brand eben führen.
Christian Kräutler: Ja und wichtig ist es natürlich auch noch, dass ihr mal schau, ob meine Lichterkette für Indoor,- oder für Outdoornutzung geeignet ist. Da gibt es nämlich wirklich Unterschiede und die muss ich einfach auf der Verpackung mal lesen. Outdoorprodukte, die kann man schon im Haus auch verwenden, aber umgekehrt geht das eben nicht.
Sabine Kaulich: Ja und da gibt es ganz gute Warntests, die zeigen, dass zahlreiche Lichterketten schlecht verarbeitet sind, also die verwendeten Drähte sind zu dünn für den Strom, der hindurch fließen soll und dadurch können sie sich stark erhitzen und im schlimmsten Fall entfacht dann diese Hitze ein Feuer. Deswegen ganz wichtig, unser Tipp: Augen auf, beim Kauf, achten Sie auch beim Onlinekauf eines Produktes, auf dessen verpflichtete Kennzeichnung mit dem CE-Zeichen und auf weitere Prüf- und Konformitätszeichen.
Christian Kräutler: Ja, die Kennzeichen sind manchmal wichtig, auch dann, wenn es darum geht, zu schauen, ob ich eine Lichterkette im Außenbereich verwenden kann. Da gibt es nämlich diese Schutzart IP44, das heißt International Protection, und die sollte auf so einer Lichterkette oben sein um eben sicher zu sein, dass man sie auch draußen verwenden darf. Ein anderes Symbol, dass das Ähnliche wiedergibt, ist das Tropfensymbol. Das ist so ein Dreieck mit einem Tropfen innen, dann weiß man, man darf es auch draußen verwenden, wo Wind und Wetter ist.
Sabine Kaulich: So, und jetzt noch ein letzter Tipp zu den Lichterketten. Dann haben wir es geschafft. Wenn ein Lämpchen fehlt oder defekt ist, dann bitte dieses wechseln. Die sind meistens eh immer so, es gibt immer so Ersatzlämpchen, die mitgeliefert werden, denn andernfalls droht eine Überhitzung und das kann wiederum im schlimmsten Fall zu einem Brand führen.
Christian Kräutler: So Sabine, jetzt kommen wir noch zum Thema Akkubrand. Das sollten wir auf jeden Fall noch durchdiskutieren, weil wir ja immer wieder sehen, das Christkind immer mehr und eine Vielzahl von elektronischen Geräten bringt. Die Nutzungszahlen von diesen Geräten steigen von Jahr zu Jahr und es geht immer noch weiter. Und deshalb kommt es in Österreich, und das können auch die Feuerwehren so bestätigen, immer mehr zu Bränden aufgrund von elektrischer Ursache mehr oder weniger. Also, dass ein Akku in Brand gerät.
Sabine Kaulich: Ja und Tatsache ist, Christian, häufiges Schnellladen zu langes Laden und Laden auf brennbaren Unterlagen, das steigert die Brandgefahr. Und im Fall einer Akkuüberhitzung kann es zu Bränden bzw. Explosionen kommen, die dann nur sehr schwer löschbar sind.
Christian Kräutler: Und ich, Sabine, ich habe mich ein bisschen schlau gemacht, wie man eben dieses Risiko verringern kann. Eines der Themen ist sicherlich, dass ich meine Hände weglasse vom Billigprodukten, weil die sind teilweise echt gefährlich. Dann das Handy oder das Tablet oder andere Geräte eben möglichst nicht über Nacht zu laden, also nicht lang dran zu lassen, wo ich dann nicht selber aufpassen kann. Und wichtig eben auch, stellen oder legen Sie eben elektronische Geräte, auch das Handy gehört dazu, beim Aufladen auf eine feuerfeste Unterlage und schalten Sie die Geräte während des Ladevorgangs aus. Dann ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite.
Sabine Kaulich: Christian ich habe jetzt auch noch zwei wichtige Tipps parat. Zwar technische Maßnahmen, die in jedem Haushalt rund ums Jahr und nicht nur zur Weihnachtszeit echte Lebensretter sind. Der erste ganz wichtige Tipp ist, installieren und nutzen Sie Rauchwarnmelder. Also Rauchwarnmelder die schlagen ja im Brandfall frühzeitig Alarm und verschaffen den entscheidenden Sicherheitsvorsprung, also bevor eben geruchlose Rauchgase die tödliche Wirkung entfalten können, also diese Installation von Rauchwarnmeldern, das ist wirklich ganz einfach und die gibt's bereits ab 10 Euro in jedem Baumarkt zu kaufen.
Christian Kräutler: Reicht mir da einer im Haus oder brauche ich da mehrere dann?
Sabine Kaulich: Nein, ganz wichtig, man braucht in jedem Raum einen außer in der Küche, da darf man nämlich keinen verwenden.
Christian Kräutler: Sabine, du hast ja von zwei Tipps geredet, da kommt jetzt sicher noch einer.
Sabine Kaulich: Genau, und der zweite Tipp, und der gilt ebenfalls rund ums Jahr: Haben Sie im Haus halt immer einen Feuerlöscher parat. Zur Bekämpfung haushaltstypischer Brände eignet sich ein Pulverfeuerlöscher und der sollte alle zwei Jahre überprüft werden. Und so ein Löschpulver ist für Menschen völlig ungefährlich. Für die Küche jedoch, also für, wenn ein Öl in der Pfanne in Flammen steht, empfiehlt sich ein Fettbrandlöscher der Klasse F.
Christian Kräutler: Ja, und wenn Weihnachten mal da ist, ist es leider dann auch gleich wieder mal vorbei. Aber es kommt ja das nächste, nämlich Silvester und da müssen wir glaube ich, auch schon über das Thema Pyrotechnik ein bisschen reden. So, die typischen Silvesterkracher oder Feuerwerkskörper, die können auch fatale Folgen haben, wenn man sie einfach falsch verwendet. Also zum Jahreswechsel wollen ja viele von uns Buchstäbliches krachen lassen, auch wenn der Umweltschutz da immer mehr ins Bewusstsein rückt, ist es bei der Sicherheit leider noch nicht so. Die ist nicht so sehr im Vordergrund bei dem Thema und jedes Jahr gibt es eben zu Silvester schwere Unfälle mit Pyrotechnik. Vor allem eben dann, wenn illegale Feuerwerkskörper verwendet werden, die werden teilweise aus dem Ausland importiert, da gibt es keine Produktqualität und die Nutzungssicherheit ist ganz einfach nicht gegeben. Also Finger weg von diesen aus dem Ausland importierten, günstigen Feuerwerkskörper, die sind zumeist gefährlich!
Sabine Kaulich: Ja, da hast du vollkommen recht. Und zum Thema Risiko Pyrotechnik, da haben wir im KFV ja wirklich ein tolles Video gedreht, ich war bei dem Versuch dabei, und zwar das hat gezeigt die Explosion verschiedener Böller in der Hand einer Versuchspuppe. Und da kann ich nur sagen, Bilder sagen mehr Worte. Zu sehen ist dieses Video auf unserer Webseite kfv.at. So, bitte, ganz wichtig: Nur in Österreich zugelassene Produkte mit CE-Prüfzeichen im Fachhandel kaufen und diese geprüften Qualitätsprodukte bitte nur gemäß Gebrauchsanleitung zünden. Dann: halten Sie die notwendigen Sicherheitsabstände ein und verwenden Sie geeignete Abschussvorrichtungen, also die Raketen, ganz wichtig, müssen immer ganz leichtgängig sein und ohne Widerstand aufsteigen. Und: achten Sie auf Altersbeschränkungen und Verbotszonen, also wirklich ganz wichtig, man sieht das ja öfters, da zu Silvester dann auf der Straße, dass die Eltern erlauben, dass die Kinder das zünden, schon kleine Kinder, da ist wirklich große Vorsicht geboten.
Christian Kräutler: Ja und was leider nicht gut kommt, ist einfach das Thema Übermut, Alkohol oder eben auch mal zu viel Testosteron, gerade bei den jungen Burschen. Das ist keine gute Kombination mit dem Thema Kracher oder eben auch Raketen und deshalb keine spontanen Schnapsideen oder leichtsinnigen Experimente! Die führen oft einmal zu schwersten Verletzungen, wo man dann am Ende im Krankenhaus landet. Wichtig ist es auch, wenn er jetzt ein Blindgänger ist, das heißt, er hat nicht gezündet, irgendeinen Kracher, dass man den auf keinen Fall noch einmal anzünden darf. Das ist also gefährlich und hochgefährlich sind aber auch selbst gebastelte Böller und da habe ich leider in meinem Bekanntenkreis, da war ich selber noch jung, ein ganz ein erschreckliches Erlebnis einmal miterlebt, wo einer selbst Böller gebaut hat, die haben dann nicht gezündet, dann hat er versucht, das noch einmal in Brand zu kriegen und mittlerweile hat mein Kollege von damals eine Hand weniger und hat einfach ein richtig schwierigeres Leben dadurch. Nur dadurch, dass er einen Böller einfach falsch verwendet hat.
Sabine Kaulich: Ja, das stimmt. Da sieht man ja jedes Jahr nach Silvester liest man dann die Tage danach in den Zeitungen genau diese Unfälle, also da muss man wirklich sehr vorsichtig sein. Und ich habe mir die Statistik dazu angeschaut: In Österreich gibt es rund 200 spitalsbehandelte Verletzungsfälle pro Jahr, genau aufgrund dieser Ursache, nämlich die Fehleinschätzungen sind die häufigste Ursache für diese Pyrotechnikunfälle einfach. Diese Fehleinschätzungen haben fatale Wirkungen.
Christian Kräutler: Ja schau ma einfach gemeinsam, dass wir die Silvesternacht nicht im Spital verbringen, alle wollen wir gesund und fröhlich ins neue Jahr rutschen. Mehr zum Thema Pyrotechniksicherheit finden Sie natürlich auch auf unserer Webseite www.kfv.at. Das war es also jetzt mit unserem Dezember-Podcast im Zeichen der Brandsicherheit. Wir sagen Dankeschön für Ihr Interesse und Ihre Treue. Wir freuen uns sehr über feines und kritisches, konstruktives Feedback.
Sabine Kaulich: Liebe Hörer und Hörerinnen, wenn Sie Anregungen und Themenwünsche für unser nächstes Podcastjahr haben, dann schicken Sie uns doch eine E-Mail unter kfv@kfv.at.
Christian Kräutler: Bleiben Sie gesund und wohlbehalten, bleiben Sie interessiert und informiert und bleiben Sie uns gewogen. Wir wünschen Ihnen ein frohes, brandfreies Weihnachtsfest und einen
Christian Kräutler und Sabine Kaulich: Guten Rutsch!
Catharina Ballan: Sie hörten Sabine Kaulich und Christian Kräutler, zwei erfahrene Präventionsfachleute des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. Mehr Infos zum Thema dieser KFV Podcast-Episode und zu vielen weiteren wichtigen Sicherheitsthemen finden Sie auf unserer Website kfv.at. Alle Podcastfolgen sind auf KFV.at/podcast abrufbar. Abonnieren Sie Sicher ist sicher auf Spotify, Apple und Google Podcasts sowie auf allen gängigen Podcatcher Plattformen und empfehlen Sie unseren Podcast weiter. Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal bei Sicher ist sicher, dem Vordenker*innen Podcasts des KFV.
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