Baby & Kleinkind im Haus: So sieht ein kindersicherer Haushalt aus!
Shownotes
Wenn Kleinkinder mit allen Sinnen die Welt entdecken, gehört Sicherheit in ihrem abenteuerlichen Kosmos großgeschrieben – vom Steckdosenschutz über Treppengitter bis zur Balkon- und Fenstersicherung. Sabine und Christian gehen nicht nur den besonderen Tücken von Knopfbatterien und der verlockenden Faszination bunter Pillen auf den Grund, sondern nehmen auch scharfe Kanten, heiße Flüssigkeiten, klappende Türen und kippende Kästen kritisch unter die Lupe. Alles Wissenswerte rund um die größten Gefahrenquellen für die kleinsten Familienmitglieder – und wie man diese Risiken mit Umsicht und Technik vermeiden kann. Mamas und Papas, hört rein und bleibt dran!
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Egal ob beim Spielen, Sporteln, im Straßenverkehr oder zu Hause, Hoppalas gehören zum Großwerden dazu. Damit nichts Schlimmeres passiert, bietet die KFV Hoppala App zahlreiche wichtige Sicherheitstipps für den Alltag mit Kind. Der ideale Begleiter für alle Eltern, Erziehungsberechtigten und Pädagog*innen zum Thema Kindersicherheit.
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Transkript anzeigen
Sabine Kaulich: Ma schau herzig!
Christian Kräutler: Wer kudert denn da so fröhlich?
Sabine Kaulich: Du, das ist das Baby meines Patenkindes. Schau mal her, das ist das neueste Video. Jetzt krabbelt die kleine Maus schon.
Christian Kräutler: Ma voll, liab! Und schon ziemlich mobil, das junge Fräulein. Na, ich glaub, Sabine, da freut sich schon wer auf Enkelkinder, hab ich recht?
Sabine Kaulich: Du, Christian, ich hab Teenager, da dauert's hoffentlich schon noch ein bisserle. Aber packen wir heute ein super wichtiges Thema an, das viele Eltern und Großeltern interessiert, nämlich den kindersicheren Haushalt. Christian Kräutler: [00:35] Sabine, da muss ich dir absolut zustimmen. Das ist für uns Eltern echt wichtig, dass nämlich unseren Kindern möglichst nichts passiert in ihrem Größerwerden.
Sabine Kaulich: Ja, wie sieht nun so ein kindersicheres Zuhause aus? Wenn ein Baby oder ein Kleinkind im Haus ist, gehört die Sicherheit für die Kleinsten ganz groß geschrieben, denn Unfälle sind meist keine Zufälle, sondern durch die elterliche Achtsamkeit und Voraussicht vermeidbar. Der heutige Podcast der steht ganz im Zeichen der Kindersicherheit. Nehmen Sie sich Zeit. Mein Name ist Sabine Kaulich. Herzlich willkommen.
Christian Kräutler: „Messer, Gabel, Schere, Licht sind für kleine Kinder nicht“. Das besagt schon ein altes Kindergedicht. Tatsache ist, wer Baby oder Kleinkind daheim hat, der muss beim Sicherheitsdenken oder eben auch beim Setzen von Maßnahmen immer einen Schritt voraus sein. Warum ist das so wichtig? Weil nämlich die Entwicklungssprünge von Kindern oft ganz, ganz schnell gehen und deshalb auch sehr unerwartet kommen. Und diese Entwicklungssprünge, die können natürlich zu einem Unfall oder zu einem Verletzungsrisiko führen, nämlich dann, wenn wir Erwachsene nicht ausreichend Vorsorge treffen. Wir liefern Ihnen heute die wichtigen Tipps und Infos für ein kindersicheres Zuhause. Mein Name ist Christian Kräutler. Bleiben Sie dran!
Catharina Ballan: Sicher ist sicher – der Vordenker*innen Podcast des KFV. Episode 13, Baby und Kleinkind im Haus – so sieht ein kindersicherer Haushalt aus.
Sabine Kaulich: Sag Christian, noch hast du gewusst? Alle fünf Minuten verunglückt ein österreichisches Kind unter 15 Jahren so schwer, dass es im Spital behandelt werden muss. Erschreckend, oder?
Christian Kräutler: Boah, das ist absoluter Wahnsinn. Und Sabine, besonders schockierend finde ich ja auch, dass alle zwei bis drei Wochen ein Kind stirbt. Und zwar an den Folgen eines Unfalls.
Sabine Kaulich: Es ist leider eine traurige Tatsache. Unfälle gehören zu den größten Gesundheitsrisiken im Kindesalter.
Christian Kräutler: Aber Sabine, es gibt auch gute Nachrichten. Das muss man schon sagen, nämlich die, dass die meisten Unfälle ganz einfach nicht sein müssen, dass die verhinderbar sind. Und es ist unsere Aufgabe als Eltern, die direkte Wohnumgebung für die Kleinkinder so zu gestalten, dass sie sich einerseits frei bewegen können, aber andererseits eben keine große Gefahr von der Wohnumgebung ausgeht.
Sabine Kaulich: Ja, ganz genau, Christian. Und ganz egal, ob beim Spielen, beim Sporteln oder eben zu Hause. Kleine Hoppalas, also ein blauer Fleck oder ein aufgeschürftes Knie, das gehört einfach zum Großwerden dazu, aber schwere Verletzungen dürfen nicht sein und dafür müssen wir Eltern eben als Aufsichtsperson Sorge tragen.
Christian Kräutler: Sabine, das ist absolut richtig. Wir brauchen zwei Dinge, um für unsere Kinder eine möglichst hohe Sicherheit vor Unfällen zu bieten. Das erste ist eine konsequente Wachsamkeit von uns selbst, von unseren Erwachsenen. Und das zweite ist, wir müssen ein paar wichtige Maßnahmen im Haus oder in der Wohnung umsetzen, damit das Ganze kindersicher wird.
Sabine Kaulich: Christian und ich haben eine Themenauswahl getroffen, über die wir gerne heute sprechen würden. Und zwar sind das jene Sicherheitsrisiken, wo viele Unfälle im Haushalt passieren oder sich Kinder sehr schwere Verletzungen zuziehen können.
Catharina Ballan: Gefahr Nummer eins. Sturz und Fall.
Christian Kräutler: Ja. Wir sind ja jetzt im März und im Frühling beginnt ja leider auch die Hochsaison für die Fensterstürze. Kinder, das wissen wir alle, sind ja voll neugierig und sind in voller Tatendrang. Und sie sind ständig drauf und dran, die Welt neu zu entdecken. Und wie die Welt draußen ausschaut, zum Beispiel unterm Balkon oder unterm Fenster, das ist für Kleinkinder besonders interessant. Die kraxeln dann ganz einfach aufs Fensterbrett oder aufs Balkongeländer und schon ist die Gefahr da. Und bitte unterschätzen Sie als Erwachsene nicht, wie geschickt unsere Kleinen schon sehr, sehr früh klettern können.
Sabine Kaulich: Christian, hast du gewusst, dass das Gesetz Katzen besser schützt als Kinder? Also ich finde das echt arg. Zur Sicherheit von Katzen werden nämlich von Tierhaltern, keine Mühen und Kosten gescheut. Und ein Absturzschutz an Fenstern und Balkonen ist für die Katzenhalter*innen sogar gesetzlich vorgeschrieben. Eine gesetzlich geregelte Absturzsicherung für Kinder gibt es in Österreich nicht. Also diese Logik ist für mich unverständlich.
Christian Kräutler: Ja und Achtung Sabine, Katzennetze und Fliegengitter sind nämlich keine Absturzsicherung für Kinder. Kinder glauben vielleicht sogar, dass sie sich nämlich an diese Gitter anlehnen können. Nur die halten natürlich dem Gewicht eines Kleinkinders nicht stand und geben bei Belastung nach. Also das Ganze ist sogar eine zusätzliche Gefahr. Und welche fatale Folgen Fensterstürze sie haben können, das zeigen eigentlich die Unfallereignisse der vergangenen Jahre. Und da zeigt sich, dass durchschnittlich alle vier Wochen ein Kind aus dem Fenster stürzt. Das heißt, pro Monat haben wir ein Kind unter 15 Jahren, das bei einem Fenstersturz sich verletzt.
Sabine Kaulich: Ja, und was viele vielleicht nicht wissen, dass sogar Fensterstürze aus geringer Höhe, also zum Beispiel bis zum ersten Stock, enden in 4% der Fälle tödlich. Und dabei gibt es zur Vermeidung von Fensterstürzen wirklich kostengünstige und leicht umsetzbare Sicherungsmaßnahmen. Christian, du hast dich ja bei den Händlern jetzt umgeschaut. Was gibt es denn da zum Beispiel?
Christian Kräutler: Generell geht es bei den Schutzvorrichtungen darum, dass Fenster nicht oder eben nur einen kleinen Spalt weit geöffnet werden können. Und da gibt es beispielsweise die versperrbaren Fenstergriffe. Das ist die einfachste und kostengünstigste Möglichkeit, um Fenster kindersicher zu gestalten. Die kann man auch relativ leicht nachrüsten, indem man ganz einfach den Fenstergriff tauscht. Wenn die Kinder dann älter sind, kann man die Griffe, wenn man möchte, auch wieder retourtauschen. Und diese versperrbaren Fenstergriffe, die kann man relativ einfach in Möbelhäusern oder zum Beispiel in Baumärkten kaufen und sie sind relativ einfach nachrüstbar. Also ich brauch da keine große fachmännische Unterstützung, um die bei Fenstern zu montieren. Ähnlich funktionieren dann auch die Fenstersperren, die ermöglichen nämlich, dass das Öffnen nur einen Spalt weit funktioniert. Das kann man sich so vorstellen wie bei einem Vorhängeschloss für die Tür, das kennen ja viele.
Sabine Kaulich: Du, Christian, was haltest du von Fenstergittern? Die gibt es ja auch noch.
Christian Kräutler: Ja, das ist natürlich eine sehr sichere Fenstersturzpräventionsmaßnahme nämlich diese massiven Fenstergitter, die so auseinander Hausmauer montiert werden und letztendlich dann ja eigentlich auch vor Einbrechern schützen. Die Installation von diesen Fenstergittern an Wohnungen oder eben an Mietobjekten muss man aber natürlich mit der Hausverwaltung jeweils klären oder eben mit dem Hauseigentümer abstimmen. Unser Appell an die Eltern von Kleinkindern lautet jedenfalls: Wir brauchen technische Schutzmaßnahmen, die sind nämlich ein sinnvoller und toller Schutz vor dem Risiko eines Fenstersturzes. Und entfernen sie eventuelle Aufstiegshilfen wie zum Beispiel Tische, Sessel oder Blumentöpfe von Fenstern oder eben auch von Balkongeländern. Und als Drittes behalten Sie die Kids beim Lüften immer im Auge und lassen Sie die nie, nie, nie allein, wenn das Fenster nämlich nicht geschlossen ist, und das auch nicht, wenn Sie nur ganz eine kurze Zeit das Zimmer verlassen.
Sabine Kaulich: Ja, aber auch Stürze im Haus können zu ganz schweren Verletzungen führen. Und diesen Schreckmoment, den kennen sicher viele Eltern. Man will nur rasch einen frischen Strampel aus dem Kasten holen und schon ist es passiert. Das Baby rollt sich am Wickeltisch überraschend zur Seite, ja und... Ja, also viele Unfälle in diesem Zusammenhang kommen leider sehr oft vor. Ja, und um das zu verhindern, gibt es eigentlich zwei Tipps. Also der Eine ist, liegt das Baby am Wickeltisch, dann bleibt immer eine Hand am Kind und alle benötigten Wickel Utensilien, die liegen einfach griffbereit. Und der zweite Tipp, so habe ich es bei meinen Kindern gemacht, ich habe eigentlich die Wickelunterlage am Boden gelegt und einfach nur auf Bodenniveau gewickelt und da kann was Stürze betrifft einmal nichts passieren.
Christian Kräutler: Kinder fallen natürlich auch aus dem Gitterbett raus. Da gilt es zu beachten, dass die Gitterbetten massiv und stabil stehen und auch hohe Schutzgitter aufweisen, damit eben die kleinen Klettermaxis nicht so leicht drüber klettern können. Und Sabine, um Treppenstürze zu verhindern, müssen wir Treppenschutzgitter montieren und zwar an beiden Enden der Treppen, also sowohl oben als auch unten. Bei der Montage ist darauf zu achten, dass beim Öffnen dieser Gittertür nämlich eine Richtung beibehalten wird. Und zwar sollte die Tür nämlich weg von den Stufen geöffnet werden, sonst geht es dann teilweise gar nicht auf.
Catharina Ballan: Gefahr Nummer zwei: Wasser in Haus und Garten.
Sabine Kaulich: Bei tödlichen Kinderunfällen ist Ertrinken in Österreich die zweithöchste Todesursache. Traurig aber war, dass wirklich die meisten Kinder ertrinken, nämlich im vermeintlichen sicheren Bereich, also im eigenen Wohnbereich und im Garten, nämlich im Swimmingpool, im Kinderplanschbecken, im Gartenteich, aber auch in der Badewanne. Und Eltern unterschätzen da einfach immer noch die Gefahr allzu oft.
Christian Kräutler: Ja, Sabine, über dieses wirklich wichtige Thema, nämlich die kindersicheren Gartengewässer, da haben wir ja schon einen eigenen Podcast gemacht, kannst du dich erinnern, oder?
Sabine Kaulich: Ja, genau.
Christian Kräutler: Da ist es gegangen um, um Pool, um Biotop und solche Dinge. Und diese Podcast-Episode 3, die kann man heute noch nachhören. Also wer sich da dafür interessiert und im Garten vielleicht einen Teich oder einen Pool hat, bitte einfach diese ganze Episode noch mal durchschauen.
Sabine Kaulich: Den Meisten ist es klar, dass tiefe Gewässer eine Gefahr für Kinder darstellen. Aber was viele nicht wissen, auf Reichen bereits Becken, die nur mit wenigen Zentimetern Wasser gefüllt sind. Leider oft eben auch die Badewanne. Und oft tendieren ja Eltern dazu während sie vermeintlich auf die Kinder aufpassen, während sie baden, eine zweite Tätigkeit auszuführen. Zum Beispiel die Wäsche zusammenzulegen, den Wickeltisch zu säubern. Und da muss man einfach ganz genau wissen, Kinder ertrinken lautlos. Das heißt, sie strampeln nicht, die Pusten nicht, sie schreien nicht. Nein, es erfolgt absolut lautlos. Und deswegen sollte man, wenn Kleinkinder sich im Wasser befinden, sie niemals aus den Augen lassen, auch nicht ganz kurz.
Christian Kräutler: Ja, diese Aufsicht ist ein wichtiges Thema. Allerdings, Sabine, älteren Geschwisterkindern sollte man nie,- niemals die Aufsicht über kleine Kinder übertragen. Weil Kinder ganz einfach noch nicht in der Lage sind, diese große Verantwortung für andere Kinder am Wasser zu übernehmen. Dafür ist das Thema viel zu wichtig.
Catharina Ballan: Gefahr Nummer drei. Heiße Flächen und Flüssigkeiten.
Sabine Kaulich: Ja, besonders in der Küche lauern so einige Gefahrenquellen für kleine Kinder. Verbrennungen an heißen Herdplatten und Verbrühungen bei brodelnden Suppentöpfen oder Wasser kochen, Kaffeemaschinen und Co.
Christian Kräutler: Ja, und um das Thema Verbrühungen, so wie du es gerade gesagt hast, mit einem drastischen Beispiel rüberzubringen. Wenn du zum Beispiel auf dem Tisch eine Tasse ausschüttest oder eben zum Beispiel einen Teller mit heißer Suppe ausschüttest, dann ist dieser Fleck, der sich dann bildet, in etwa gleich groß wie jene Hautstelle, die beim Kind betroffen ist, wenn man da heißes Wasser darüber schüttet.
Sabine Kaulich: Ja, und ganz wichtig, Kinder haben ja eine kleinere Körpergröße, das bedeutet, wenn jetzt so ein heißes Häferl mit Tee auf das Kind geschüttet wird, dann kann man so sagen, sind ungefähr 30 Prozent der Körperfläche davon betroffen. Und bereits ab 10 Prozent der betroffenen Körperfläche besteht Lebensgefahr. Das heißt, man sollte unverzüglich den Arzt aufsuchen.
Christian Kräutler: Ja, wichtig ist natürlich auch, dass Kinder gefährliche Gegenstände auch nicht indirekt erreichen können. Zum Beispiel geht es da um Stromkabel, die natürlich an einem Wasserkocher befestigt sind. Und über Stromkabel könnten die Kinder den Wasserkocher runterziehen. Oder das gleiche gilt natürlich auch für ein Bügeleisen. Was auch wichtig ist, aufpassen bei Tischtüchern. Weil Tischtücher sind natürlich auch für Kinder interessant, dass sie daran ziehen können. Und wenn sie dann oben auf dem Tisch eine brennende Kerze haben, dann fällt die runter und kann natürlich großen Schaden verursachen. Und neben den Gewohnheiten, die wir ändern können, gibt es auch technische Schutzlösungen, wo wir ganz einfach diese nachrüsten können und damit eine höhere Sicherheit erreichen. Ein typisches Beispiel für die Küche wäre hier die Herdschutzgitter, damit Kinder einfach nicht auf den Herd gelangen. Und eine zweite Maßnahme ist es, bei Dusch- und Badewanneamaturen Temperaturbegrenzer einzubauen, damit sich Kinder nicht verbrühen können.
Catharina Ballan: Gefahr Nummer vier. Giftige Substanzen.
Sabine Kaulich: Christian ich finde, oft ist man sich gar nicht bewusst, dass viele Dinge, die man zu Hause regelmäßig benutzt, bei uns auch gemäßen Gebrauch, sehr gefährlich werden können. Wie zum Beispiel Putzmittel oder Medikamente. Aber das wissen ja die meisten noch. Aber da gibt es zum Beispiel auch ganz beliebte Zimmerpflanzen, die hochgiftig sind oder eben die Knopfbatterien. Und gerade diese Knopfbatterien, die sind in sehr viel Kinderspielzeug integriert, denn die Kinder lieben ja alles, was blinkt, tutet und dann leuchtet.
Christian Kräutler: Du genauso, Sabine. Und kleine Kinder erkunden ja alles zusätzlich noch mit dem Mund. Das heißt, sie haben es gleich einmal im Mund, wobei zusätzliche Gefahren da entstehen.
Sabine Kaulich: Genau. Und deshalb ist es auch nicht ratsam, bei elektronischem Spielzeug die Batterien zu wechseln, während die Kinder eben zuschauen. Das weckt einfach nur das Interesse. Und beim Kauf sollte man halt immer darauf achten, dass diese Batteriefächer versperrbar ausgeführt wurden.
Christian Kräutler: Ja, gerade diese kleinen Batterien, vor denen du gesprochen hast. Die sind doppelgefährlich. Das eine ist nämlich, beim Verschlucken droht natürlich die Gefahr des Erstickens, aber zweitens gibt es eine zusätzliche Gefahr, eine Gefahr, die viele nicht kennen. Besonders problematisch ist es nämlich, wenn die Batterie nach dem Verschlucken zum Beispiel in der Speiseröhre stecken bleibt. Durch den Kontakt mit den feuchten Schleimhäuten kommt es zum Stromfluss und chemischen Reaktionen, die zu schwersten Verätzungen führen können. Innerhalb kürzester Zeit kann es dadurch zu schweren Gewebeschäden kommen und kann sogar Löcher verursachen. In besonders tragischen Fällen kann dies tödlich enden.
Catharina Ballan: Gefahr Nummer fünf: Verschluckbare Kleingegenstände.
Sabine Kaulich: Ja, und Kinder unter drei Jahren, die erforschen die Welt ja nicht nur mit den Augen und Ohren und Händen, sondern wie du schon gesagt hast, eben auch leider mit dem Mund. Kieselsteine, Knöpfe, Ringe, Münzen und dergleichen, das sind eben sehr leicht übersehbare Gefahrenquellen für Kinder, denn diese Kleingegenstände werden verschluckt und können auch eingeatmet werden.
Christian Kräutler: Ja und gefährlich sind sie eben deshalb, weil sie total leicht im Hals stecken bleiben können. Und unser Tipp im puncto Kleingegenstände im Haushalt, das ist nicht wirklich eine Raketenwissenschaft, wie Sie jetzt erfahren werden, aber die Tipps sind einfach und sie wirken. Alle Kleinteile im Haushalt, also auch die Lego Teilchen, größerer Geschwister, die müssen an unerreichbaren Orten aufbewahrt werden.
Sabine Kaulich: Und auch auf Schmuck bei kleinen Kindern, da sollte man darauf verzichten. Ihr Baby ist auch ohne Geschmeide goldig genug. Und kaufen Sie altersgerechte, sicherheitsgeprüfte Spielzeug und keine kleinteiligen Spielsachen für Kinder unter drei Jahren. Da gibt es den Richtwert. Also die Einzelteile dürfen nicht kleiner sein als die Faust Ihres Kindes.
Catharina Ballan: Gefahr Nummer sechs: Feuer und Flamme.
Sabine Kaulich: Christian, weißt Du, was uns Frauen wirklich schwerfällt? Das ist der Verzicht auf Dekos, die den Wohnbereich richtig gemütlich machen. Also auf Kerzen oder auf Tischtücher, weil Kerzen sind ja so wunderschön. Sie riechen gut, sie flackern, sie leuchten. Und leider sind das aber alles auch diese Faktoren, die Kinder auch super interessant finden.
Christian Kräutler: Ja, Sabine, das ist ganz sicher so. Ich glaube, da müssen die Mamas halt einmal mit dem schön gedeckten Tisch warten, bis die Kleinen nämlich im Bett sind, weil Sicher ist sicher.
Sabine Kaulich: Ja, Christian, da hast du recht. Aber zur Sicherheit und für den Fall des Falles ist die Montage von Rauchwarnmeldern in Wohn- und Schlafräumen eine gscheite Sache. Denn Eltern sind ja oft so müde am Abend und die Nächte sind zu kurz. Ja, und egal ob Topf am Herd oder Kerze am Tisch, falls was glost oder brennt, wird man halt einfach rechtzeitig gewarnt.
Catharina Ballan: Gefahr Nummer sieben: Strom und elektrische Geräte.
Sabine Kaulich: Steckdosen, schlecht gesicherte Kabelanschlüsse in der Wand oder auch Elektrogeräte, die stellen eine potenzielle Stromschlaggefahr dar. Das wissen wir und das hören wir ja alle schon von klein an. Wir rechnen nur nicht immer damit, wie neugierig unsere Kleinen sind. Deshalb bitte unbedingt an den Steckdosen-Schutz denken und auch die Mehrfachsteckdosen nicht vergessen. Elektrogeräte und Kinder, das ist sozusagen nie eine gute Kombination und schon gar nicht in der Nähe von Wasser, denn das bedeutet dann Lebensgefahr. Also der Föhn und auch das Handy der Mama haben rund ums Waschbecken oder um die Badewanne nix verloren. Ja, und den Kindern frühzeitig und regelmäßig auch das Warum erklären.
Catharina Ballan: Gefahr Nummer acht. Kippende Kästen und klappende Türen.
Christian Kräutler: Leider kommt es auch immer wieder vor, dass Gegenstände umfallen und dabei Kinder unter sich begraben, oder dass sich unsere Kleinen einzwicken. Damit möglichst nichts umfällt oder von den Kindern umgeworfen werden kann, wie zum Beispiel Kästen, Kommoden oder Regale ist es ganz wichtig, dass wir diese fix an der Wand montieren. Das Gleiche gilt natürlich auch für Fernsehbildschirme, die umfallen können. Da gibt es aber einen speziellen Kippschutz, damit eben der Flachbildschirm nicht kippt. Einen Einklemmschutz gibt es für Schubladen und Schranktüren zu kaufen. Und für die Zimmertüre, da kann man sich auch einzwicken, da gibt es Türstopper. Die nämlich das vollständige Schließen der Tür ja verhindern, deshalb sind es Türstopper. Und die können schon ganz wichtig sein für diese kleinen Fingerchen. Sabine, wir sollten ja auch darauf achten, dass nämlich Glastüren und Glastische aus normiertem Sicherheitsglas sind. Das wissen wir als Experten, ja, damit nämlich diese nicht splittern und die Scherben unsere Kinder verletzen.
Catharina Ballan: Gefahr Nummer neun: Spitze Ecken und scharfe Kanten.
Sabine Kaulich: Ja, und spitze Möbelecken und Tischkanten, die entschärft man am besten mit dem passenden Ecken- und Kantenschutz. Du, Christian und ich waren wirklich froh, das haben wir gemacht. Und bei den wilden Kinderpartys war ich ein bisschen entspannter.
Christian Kräutler: Sabine das waren jetzt echt wahnsinnig viele Infos auf einmal, die wir da unseren Zuhörern zumuten. Die heute gehörten Tipps sind nicht immer ganz neu, aber sie sind aktuell und sie sind wichtig, weil einfach immer noch so viele Kinderunfälle zu Hause passieren, sollten wir uns daran halten, um zu schauen, dass wir diese unnötig hohe Zahl runterbekommen.
Sabine Kaulich: Die gute Nachricht, liebe Zuhörer und Zuhörerinnen, nutzen Sie doch die neue KFV Hoppala App. Sie finden sie in den App-Stores. Diese beinhaltet nämlich die heutigen Tipps und noch viel, viel mehr Tipps. Und wenn Sie sich da ein Profil anlegen, dann erhalten Sie sogar die Infos auf das Alter Ihrer Kinder und Ihren Interessen und Hobbies zugeschnitten.
Christian Kräutler: Manchmal passieren Unfälle halt doch und da gilt, bitte bleiben Sie ruhig und behalten Sie einen kühlen Kopf. Und klar, wir wissen, dass das nicht immer einfach ist. Gut ist jedenfalls, wenn man darauf vorbereitet ist. Und dazu speichern Sie doch bitte einfach zwei Telefonnummern am Idealsten jetzt sofort in ihr Telefon. Die Nummer der Rettung 144, die kennt ja eigentlich schon jedes Kind. Bei Verdacht einer Vergiftung berät die Vergiftungsinformationszentrale aber rund um die Uhr. Und am besten, sie speichern sich auch diese Nummer gleich ein, weil die ist nicht allen bekannt. Sie lautet 01 406 4343.
Sabine Kaulich: Ja und die letzte Empfehlung des heutigen Tages, wenn Sie dann auch noch einen Erste-Hilfe-Kurs für Kinder-Notfälle besucht haben, dann sind Sie für die meisten Situationen sehr gut vorbereitet. Christian, ich glaube, mit den heutigen Tipps und der neuen KFV-Hoppala-App werden unsere jungen Eltern im Podcast-Publikum das Kind schon schaukeln, oder?
Christian Kräutler: Ja, sicher werden Sie das. Wir wünschen auf jeden Fall sehr, sehr viel Freude mit dem Nachwuchs. Und bedenken Sie immer, Sicherheit für die Kleinen gehört groß geschrieben. Also dann, bleiben Sie achtsam, bleiben Sie cool, bleiben Sie verantwortungsvoll. Alles Gute für Sie und Ihr Kind!
Sabine Kaulich: Christian, das hast du wieder mal auf den Punkt gebracht. Auch von meiner Seite alles Gute und viel Freude mit den Kids, liebe Jungfamilien.
Christian Kräutler: Und Sabine Apropos Baby, unser Podcastbaby, ist ja auch ein Frühlingskind und hat jetzt im März schon seinen ersten Geburtstag.
Sabine Kaulich: Stimmt, Christian. Das ist ein feiner Grund zum Feiern und Danke sagen, liebe Podcastfans. Danke für Ihre Treue.
Christian Kräutler: Bis zum nächsten Mal bei Sicher ist sicher. Da gibt es dann einen Geburtstag der besonderen Art zu feiern. Mehr dazu gibt's im April hier bei uns. Alles Liebe und bis bald.
Catharina Ballan: Sie hörten Sabine Kaulich und Christian Kräutler, zwei erfahrene Präventionsfachleute des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. Mehr Infos zum Thema dieser KFV Podcast-Episode und zu vielen weiteren wichtigen Sicherheitsthemen finden Sie auf unserer Website kfv.at. Alle KFV Podcast Folgen sind unter kfv.at/podcast abrufbar. Abonnieren Sie Sicher ist sicher auf Spotify, Apple und Google Podcasts sowie auf allen gängigen Podcatcher Plattformen und empfehlen Sie unseren Podcast weiter. Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal bei Sicher ist sicher, dem Vordenker*innen Podcasts des KFV.
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