Guten Rutsch: So macht Rodeln noch mehr Spaß – mit Sicherheit

Shownotes

Rodeln ist Volkssport, Urlaubsgaudi, Freizeitvergnügen. Auf steilen Hängen und eisigen Bahnen ist Rodeln aber nicht so kinderleicht, wie es scheint. In einem rasanten Praxis-Versuch hat das KFV-Forschungsteam ein innovatives Sicherheitstool getestet: die neue Rodelhandbremse. Wie sie funktioniert und warum sie unter keinem Christbaum fehlen sollte, lassen Sabine und Christian in der Dezember-Folge von „Sicher ist sicher“ wissen. Rodeln macht Spaß – mit Sicherheit! In diesem Sinne: Frohes Fest und guten Rutsch!

Wir verlosen im Rahmen dieser Winter-Podcast-Episode eine Rodel mit Rodelhandbremse. Nähere Informationen zum Gewinnspiel finden Sie auf unserem KFV Instagram Kanal. Bis 15.12.2023 kann man mitmachen. Kleiner Hinweis: wer aufmerksam diese Episode hört, kann mit Leichtigkeit unsere Fragen beantworten und mit ein wenig Glück diese geniale Rodel gewinnen. Viel Glück und guten Rutsch!

Mehr Info unter https://www.kfv.at

Zum Artikel Schutzausrüstung tragen, Rodelregeln beachten – Rodelunfälle vermeiden

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Christian Kräutler: Tag, Sabine, gehen wir wieder mal rodeln?

Sabine Kaulich: Ja, gern. Wir bräuchten halt einen gescheiten Schnee.

Christian Kräutler: Ich habe meine Rodel jetzt übrigens schon mit der neuen Rodelhandbremse richtig aufgepimpt.

Sabine Kaulich: Du bist halt immer der Erste. Ja du, das wollte ich eigentlich auch schon die ganze Zeit, also meine Rodeln nachrüsten, aber du Christian noch besser, ich könnte mir gleich eine neue Rodel mit einer Rodelhandbremse vom Christkind wünschen. Gscheit, oder?

Christian Kräutler: Du das ist echt gscheit! Das ist wirklich ein perfekter Wunsch ans Christkind.

Sabine Kaulich: Und du dann dann steht unserem gemeinsamen Rutsch ins Neujahr wirklich nichts mehr im Weg. Rodeln ist doch eigentlich kinderleicht, oder nicht? Wenn man beim Rodeln mit 7km/h frontal gegen einen Baum prallt, was kann denn da eigentlich passieren? Und wie funktioniert diese neue Rodelhandbremse? Und wie kann sie zu mehr Sicherheit beim Rodeln beitragen? Wie leicht die Risiken des Rodelns unterschätzt werden und wie man sicher auf zwei Kufen den Hang hinuntergleiten kann, das schauen wir uns heute gemeinsam an. Mein Name ist Sabine Kaulich, willkommen bei unserem KFV-Podcast zum Thema Sicherheit beim Rodeln.

Christian Kräutler: Rodelhandbremse statt Spaßbremse, so lautet unser heutiges Motto. Und wir haben ein bisschen Inspiration im Puncto Geschenksideen für Sie. Wie wär's denn mit einer neuen Rodel mit Rodelhandbremse unterm Christbaum? Das wäre doch eine feine Sache. So eine pipifeine Rodel mit innovativer Rodelhandbremse können Sie übrigens heute bei uns gewinnen. Unser KFV-Forschungsteam hat diese neuen Rodelhandbremsen in einem Praxisversuch am Hirschenkogel für Sie getestet. Ich darf schon ein bisschen spoilern. Es wird spannend. Mehr dazu gleich. Mein Name ist Christian Kräutler. Rauf auf die Rodel und bleiben Sie dran!

Catharina Ballan: Sicher ist sicher. Der Vordenker*innenpodcast des KFV. Episode 10: Guten Rutsch. So macht Rodeln noch mehr Spaß, mit Sicherheit!

Sabine Kaulich: Heute geht es bei uns um das Thema Rodeln. Rodeln ist in Österreich ein Volkssport. Kaum fällt Schnee, möchten wir alle raus und mit irgendeinem rutschenden Untersatz den Hang runtersausen. Und jeder von uns hat irgend so ein Gefährt im Keller, egal ob es ein Rutschteller ist, ein Bob oder eine Rodel und jeder von uns kann es, oder glaubt, dass er es kann, und jeder macht es. Aber richtig rodeln will gelernt sein. Dass Rodeln nicht ganz so kinderleicht ist, wie wir das vielleicht glauben möchten, das zeigt eben die Unfallstatistik. Jedes Jahr verletzen sich in Österreich mehr als 2000 Menschen bei Rodelunfällen so schwer, dass sie im Spital landen. Und durchschnittlich zwei Rodelunfälle pro Jahr enden sogar tödlich. Christian, wo lauern denn beim Rodeln die häufigsten Gefahren?

Christian Kräutler: Du Sabine, den meisten Rodlern fehlt es ganz einfach am Können und am richtigen Umgang und letztendlich gehört natürlich auch dazu, dass man das Rodeln laufend übt. Unsere Umfragen im KFV zeigen, dass mehr als die Hälfte der Verunfallten nach eigenen Angaben ungeübt, überfordert waren oder sie haben einfach die Situation falsch eingeschätzt. Und zusätzlich meint noch jeder Fünfte, dass er zu übermütig gewesen ist beim Fahren. Ja und die mit Abstand häufigste Unfallart, das sind Stürze von der Rodel. Ganz besonders schwere und gefährliche Unfälle sind Kollisionen. Rund ein Viertel der Unfälle ist nämlich so eine Kollision. Eine Kollision mit anderen Rodeln, mit Fußgängern oder zum Beispiel auch mit Bäumen. Du Sabine, welche Verletzungen haben denn eigentlich Rodler, wenn sie einen Unfall haben?

Sabine Kaulich: Zu den häufigsten Blessuren beim Rodeln gehören Prellungen, Knochenbrüche, aber auch Verletzungen der Sehnen oder der Muskeln. Die meisten Rodler verletzen sich an den Beinen, also an den Unterschenkeln oder an den Gelenken, aber die folgenschwersten Verletzungen betreffen einfach den Kopf und die Wirbelsäule. Und was ich da besonders spannend finde, ist, dass, wenn man sich die Statistik anschaut, durchschnittlich mehr als 93 Prozent der Österreicher tragen auf der Schipiste einen Helm, jedoch nicht auf der Rodelpiste, da sind es nur 37 Prozent. Und jeder fünfte Unfall passiert zwischen 18 Uhr und 5 Uhr früh. Und das eigentlich, obwohl die Rodler zu dieser Zeit an Zahl relativ gering sind. Und woran liegt das? Das liegt natürlich, dass in der Nacht die Temperaturen anziehen und der Schnee halt dann etwas eisiger ist. Ja und leider allzu oft auch an den Alkohol im Blut und der lässt einfach die Hemmschwelle sinken.

Christian Kräutler: Ja, Sabine, generell kann man sagen, dass das Risiko beim Rodeln ganz einfach unterschätzt wird. Ja, so ein bisschen wie mit dem Radlfahren. Man glaubt, das kann man sowieso. Man denkt sich, ja, aber geh, das ist ja nur ganz eine normale Rodel, da setze ich mich einfach drauf, da brauche ich nichts lernen und dann geht's ab ins Tal mit einem schönen Schwung. Die Realität schaut aber ganz anders aus. Und das weiß ich schon aus eigener Erfahrung, so als junger Bub mit richtig noch Need for Speed, wie wir damals gesagt haben, so zischt man mal ganz gern einmal nach einer Hüttengaudi ins Tal runter. Im Vorarlberg war das damals noch richtig möglich, da hat es auch genug Schnee dafür gegeben, war eine richtige Gaudi. So, und da habe ich natürlich im Freundeskreis schon wildeste Abenteuer auch miterlebt, die dann gerade noch halbwegs glimpflich ausgegangen sind, mit ein paar Cuts vielleicht, mit blauen Flecken. Ich denke da zum Beispiel an meinen besten Freund Wolfram, der hat sich irgendwann mal eingebildet, na jetzt muss er über die Schipiste runterfahren, weil da nämlich auch so eine Schanze eingebaut war. Ja, Wolfram schanzt über die Schanze drüber und landet und dann war irgendwie die Rodel kein Rodel mehr, sondern es waren bloß noch ein paar Holzstücke, die da auf der Schipiste herumgelegen sind. Gott sei Dank ist ihm nichts passiert, aber auf der anderen Seite war es vielleicht ganz gut so, weil wer weiß, was ihm noch eingefallen ist, so hat er einfach zu Fuß heimgehen müssen. Also auf Rodelbahnen kann es schonmal ordentlich schnell zur Sache gehen. Ist eigentlich ähnlich wie beim Schifahren. Im Rahmen von unserer KFV-Studie haben wir so GPS-Messungen auf Rodelbahnen durchgeführt. Und da haben wir gesehen, dass das Durchschnittstempo von 30km/h durchaus üblich ist und Spitzengeschwindigkeiten von 60km/h sogar erreicht werden. In einer weiteren Studie hat das KFV dann in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Graz so Rodelcrashsimulationen durchgeführt und die haben in dramatischer Weise demonstriert, dass man ohne Helm bei einer Frontalkollision mit einem Baum bereits ab 10km/h schon schwere Kopfverletzungen davontragen kann.

Sabine Kaulich: Ja, also diese Simulationsstudie hat das Risiko schwerer Kopfverletzungen, finde ich, sehr eindrucksvoll gezeigt. Und viele Menschen, vor allem Jugendliche, so wie deine Freunde damals, Christian, die unterschätzen einfach die Gefahr des Rodelns. Also die meisten glauben einfach das ist kinderleicht, dabei sind eben Rodelabfahrt, nämlich auch in technischer Hinsicht, wirklich nicht einfach. Also da hat man ja oft eisige, pickelhart präparierte Bahnen, enge Kurven und aus Schneemangel oft nur Bäume und Felsen statt eben so wie früher so einen Schneehaufen am Wegrand. Ja und wenn da noch der Zirbenschnaps dazukommt, dann wird man allzu schnell zum Passagier.

Christian Kräutler: Ja, eine Rodel ist natürlich lustig und ist auch lässig, aber irgendwo gibt es dann also eine Grenze dieses flotten Hobbys, nämlich dann, wenn die Physik das Kommando übernimmt. Und da muss ich immer wieder denken an die Tina Unterberger, die ich mal kennengelernt habe, aus Bad Goisern. Ihres Zeichens ist sie Welt,- und Europameisterin im Naturbahnrodeln und Sportlerin einfach durch und durch. Die Tina kennt das Thema Rodel und Risiken beim Rodeln wie keine Andere. Und sie hat die Message Safety First perfekt auf den Punkt gebracht. Sie hat nämlich gesagt: Eine falsche Ausrüstung, maßlose Selbstüberschätzung, oft auch Alkohol,- und Drogenkonsum, dann passieren Sachen, die einfach nicht passieren sollen, aber wenn man ein paar einfache Tipps behirnt, ist der Spaß beim Rodeln viel größer. Und Sabine ich sags dir, sie hat absolut recht. Ohne ein gescheites Material, ohne gescheite Ausrüstung und ohne ein gescheites Sicherheitsbewusstsein gibt es kein sicheres Rodeln. Vor allem Kinder gehören natürlich beim Rodeln besonders gut geschützt, weil ein aus Leichtsinn verletztes Kind kann sich wohl niemand wirklich verzeihen. Die absolute Grundvoraussetzung fürs Rodeln sind gutes Material und eine gute Ausrüstung. Zum guten Material gehört auf jeden Fall eine hochwertige, idealerweise lenkbare Rodel und zur guten Ausrüstung gehört dazu ein Schihelm eine Schibrille, feste und wasserdichte Winterhandschuhe und adäquate Winterbekleidung. Das ist ja alles oft einmal so ein Schioutfit. Und dann, natürlich nicht zu vergessen, weil ganz wichtig, ein robustes Schuhwerk mit einem starken Halt und einem guten Profil.

Sabine Kaulich: Christian, jetzt haben wir also schon einmal einen Blick auf die richtige Ausrüstung geworfen. Kommen wir jetzt zum zweiten wirklich wichtigen Punkt und zwar das ist die richtige Lenk,- und Bremstechnik. Und da muss ich sagen, da gibt es wirklich sehr gute Videos im Internet, die eigentlich ganz genau zeigen, wie man es richtig macht. Trotzdem möchte ich jetzt einmal ganz kurz noch einmal auf die wichtigsten Punkte eingehen. Also auf der Rodel, da sitzt man aufrecht oder ganz leicht nach hinten gelehnt. Und wichtig, der Blick geht immer Richtung Tal. Und wenn man mit Kindern unterwegs ist, so ist es so, dass die erwachsene Person vorne sitzt und das Kind dahinter. Warum ist das so? Denn im Fall einer Kollision ist sozusagen die erwachsene Person die Knautschzone und eben nicht das Kind. Kommen wir jetzt zum Thema Lenken. Für eine Rechtskurve drückt man den rechten Fuß in den Schnee und für eine Linkskurve den linken Fuß. Und wichtig ist auch eine wohldosierte Gewichtsverlagerung, nämlich immer den Innenbereich der Kurve. So wie man es beim Radlfahren oder beim Schifahren eben auch macht. Also ganz natürlich. Und während der Fahrt hält man sich immer an der Rodel fest und die Riemen, die hält man einfach locker in der Hand. Und jetzt ganz wichtig, was macht man mit den Beinen, also da sind eigentlich die meisten Verletzungen durch die falsche Stellung der Beine zustande. Die Beine stellt man leicht angewinkelt neben den Kufen ab direkt im Schnee, denn die sind ganz wichtig, die brauchen wir nämlich auch zum Lenken und zum Bremsen. Und wenn man bremsen möchte, dann drückt man einfach mit den beiden Fußsohlen direkt neben den Kufen fest in den Boden. Also je stärker der Druck, desto stärker die Bremsung. Und wichtig immer vor der Kurve bremsen, in der Kurve ist es meist schon zu spät. Also nicht mit Ferse bremsen und nicht mit ausgestreckten Beinen bremsen, denn was passiert dann? Da ist die Verletzungsgefahr wesentlich höher, denn die Schläge der Bodenwellen, die kann man dann am Anfang nicht mehr gescheit abfedern und das geht dann direkt auf das Sprunggelenk und kann einem das Knie verdrehen. Ja, bei Kindern immer ganz wichtig, wenn sie mitfahren, oder selbst muss man auch darauf achten, dass man bei holprigen Bahnen, dass man mit den Beinen, mit den Füßen einfach nicht unter die Kufen kommt. Und ein generelles No-Go für Groß und Klein ist, niemals liegend mit dem Kopf voran rodeln, denn in Bauchlage kann man einfach nicht mehr bremsen.

Christian Kräutler: Sabine, Einen habe ich noch zum Stichwort Bremsen. Dass man bremsen kann, wenn man das auch wirklich will, das ist nämlich die Grundbedingung für ungetrübte Rodelgaudi. Dass man einfach wie ein Pfitschipfeil ins Tal rast, das kann jeder Dodel auf der Rodel. Aber auf die richtige Lenk,- und Bremstechnik kommt es wirklich an, wenn man sicher ins Tal kommen will. Und das sichere, nämlich das kontrollierte, Bremsen, das kann jetzt mit diesen neuen zusätzlich verwendbaren Sicherheitstools, die es da gibt, erleichtert werden. Sabine, da gibt es ja ganz gute Neuigkeiten aus dem Bereich der Technik, stimmt's?

Sabine Kaulich: Ja, Christian, das stimmt, aber, zuerst möchte ich noch mal ganz kurz auf die Problemlage zu sprechen kommen. Also wer schon einmal selbst auf einer vereisten Rodelbahn unterwegs war, der kennt das Gefühl. Man will bremsen, drückt die Füße fest in den Schnee, aber nichts tut sich. Also man saust einfach mit unverminderter Geschwindigkeit den Hang runter. Ja, also gerade auf sehr harten und vereisten Bahnen ist das Bremsen, also mit gewöhnlichem Wind, schon nur schwer möglich, da steigt man quasi ins Leere. Und genau da kommt dieses geniale neue Sicherheits-Tool, das du angesprochen hast, eben zum Einsatz, das hat übrigens ein Steirer erfunden. Das ist eben diese neue Rodelhandbremse. Und das kann man glaube ich sagen, das ist wirklich ohne Übertreibung eine technische Innovation für mehr Sicherheit beim Rodeln, die wir vor zwei Jahren bereits mit dem KFV-Forschungspreis prämiert haben. Ja und wenn Sie sich jetzt fragen, was bitte ist eine Rodelhandbremse, dann haben wir hier die wichtigsten Infos parat. Christian, bitte um die Details.

Christian Kräutler: Ja, die Rodelhandbremse, so wie du es auch schon richtig gesagt hast, ist ein neuartiges Bremssystem, dass man entweder gleich mit der Rodel mitkauft oder, und das ist auch lässig, wenn man eine eigene Rodel schon hat, man kann ältere Rodeln mit dieser Rodelhandbremse nachrüsten. Die Rodelhandbremse funktioniert ganz einfach und intuitiv: Man zieht an einem Hebel und drückt damit zwei Bremskrallen aus Metall in den Schnee und bringt dann auf diese Weise, bei gleichzeitiger Fußbremsung, die Rodel wesentlich schneller und kontrollierter zum Stillstand als mit alleiniger Fußbremsung.

Sabine Kaulich: Also Christian, kurz gesagt, kürzerer Bremsweg, mehr Kontrolle, mehr Spaß und mehr Sicherheit, oder?

Christian Kräutler: Ganz genau, Sabine. Und weil wir diese neue Erfindung, damit die Rodelhandbremse untersuchen wollten, haben wir für Sie, liebe Rodlerinnen und Rodler, diese getestet. Und zwar in einem spannenden Echtversuch am Hirschenkogel. Da haben sich zwei sportliche und mutige KFV-Kollegen von uns als Testpiloten auf die Rodel gesetzt und vier verschiedene Bremsarten ausprobiert. Wir wollten wissen, welche dieser Bremsarten auch wirklich am besten bremst und den kürzesten Bremsweg hat. Zum einen war es ganz einfach eine Fußbremsung, so wie wir es machen. Eine Fußbremsung mit Winterschuhen, da hatten wir einen Bremsweg von ungefähr 15 Meter. Die zweite Bremsart war die Fußbremsung mit Spikes an den Schuhen. Da war der Bremsweg schon kürzer, der hat nur 10 Meter gedauert. Und eine dritte Bremsung ist die Fußbremsung mit dem Aufkanten der Rodel. Das ist also so, wir kennen es vom Fernsehen, wenn die Rodel-Profis fahren und am Ende vor der Eisbahn dann den Rodel vorne aufheben. So eine Bremsung war das und da war der Bremsweg 8,7 Meter lang. Also noch einmal kürzer. Und der beste, Überraschung, war die Fußbremsung mit zusätzlicher Bremsung einer Rodelhandbremse. Da war der Bremsweg dann nur mehr 7 Meter lang. Der große Wow-Effekt bei Fußbremsung und zusätzlicher Bremsung mit der neuen Rodelhandbremse hat sich der Bremsweg also um mehr als die Hälfte, nämlich auf 7 Meter, verkürzt gegenüber einer normalen Fußbremsung. Und je härter der Schnee, umso eisiger die Piste, umso besser ist hier auch dieser Unterschied. Wenn man diese Bremswegdifferenz noch etwas plastischer oder dramatischer erklären will, dann könnte man es zum Beispiel so machen: Kommt man mit Hilfe der Rodelhandbremse vor einem Hindernis gerade noch rechtzeitig zum Stillstand, würde man bei bloßem Bremsen mit Winterschuhen mit einem Resttempo von satten 18km/h auf das Hindernis prallen. Und das, das fühlt sich dann nicht wirklich mehr angenehm an.

Sabine Kaulich: Puh, ein krasser Unterschied. Also die Tests konnten ganz präzise aufzeigen, die Rodelhandbremse wirkt. Sie ist ein klares Sicherheits-Plus. Und wenn Sie sich selbst überzeugen wollen, so schauen Sie sich das Video auf unserer KFV-Webseite an www.kfv.at. Die Rodelhandbremse reduziert also das Unfallrisiko und die Folgen möglicher Unfälle ganz wesentlich. Und sie bringt die Rodel mit einem einzigen, einfachen Handgriff viel früher und viel kontrollierter zum Stillstand.

Christian Kräutler: Ja und Sabine, unsere KFV-Stuntmen vom Hirschenkogel, die haben am Ende ihres Testtages ein altbekanntes Racing-Motto umgeschrieben. Wer bremst, gewinnt. Und zwar mehr Spaß und mehr Sicherheit. Wer bremst, gewinnt, so lautet also die neue Devise.

Sabine Kaulich: Ja, Christian, ich freue mich wie eine Schneekönigin auf meine neue Rodel mit der Rodelhandbremse. Ich hoffe, ich kriege es jetzt wirklich vom Christkind. Ich habe nämlich jetzt wirklich Lust bekommen, diese neue Art des Rodelns mal selbst auszuprobieren.

Christian Kräutler: Ja, super Sabine, diese neue Rodelhandbremse, die können Sie aber auch liebe Hörerinnen und Hörer selbst testen. Zum Beispiel am Stuhleck, auf der Mariazeller Bürgeralpe, auf der Rodelbahn Bramberg am Großvenediger, im Schigebiet Brandnertal in Vorarlberg und in der Wildkogel-Arena. Machen Sie sich doch selbst ein Bild von dieser genialen Erfindung. Sie werden Spaß haben und das mit Sicherheit. Und jetzt? In würziger Kürze unsere wichtigsten Tipps zum Thema Sicherheit beim Rodeln.

Catharina Ballan: Guten Rutsch, die goldenen Rodelregeln.

Christian Kräutler: Für mehr Sicherheit beim Rodeln auf jeden Fall die neue Rodelhandbremse verwenden. Sie punktet mit einer einfachen Bedienung, einfach den Bremshebel ziehen und gleichzeitig mit den Füßen bremsen und sie punktet aber auch mit kürzeren Bremswegen. Ich komme also kontrolliert und sicher zum Stillstand.

Sabine Kaulich: Ja und die passende Schutzausrüstung, die muss immer dabei sein. Was gehört dazu zur Basisausstattung? Natürlich einmal der Helm, eine Schibrille, dann hohe Schuhe mit einem sehr guten Profil, Winterbekleidung und Handschuhe. Und wenn man bei Nacht unterwegs ist, nicht auf die Stirnlampe und Reflektoren vergessen, denn man muss natürlich sehen und gesehen werden, denn da gibt es natürlich auch andere Rodler, die am Wegesrand aufsteigen und da ist einfach zu sehen und gesehen werden besonders wichtig.

Christian Kräutler: Wichtig ist die richtige Rodel und die richtige Technik. Flexible, lenkbare Qualitätsrodeln sind die beste Wahl. Sie lassen sich auch nämlich auch auf hartem Schnee noch relativ gut steuern. Zipfelbobs, Tellerbobs, sonstige Drehscheiben sind schwer steuerbar und daher nur für Mini-Rutschpartien wirklich empfehlenswert. Autoreifen hingegen, die lässt man beim Rodeln besser überhaupt beiseite. Und eines noch, Rodelkurse zahlen sich auf jeden Fall aus. Man kann damit gute Fahr,- und Bremstechniken erlernen und hat damit mehr Spaß und mehr Sicherheit.

Sabine Kaulich: Achtung beim Rodeln mit Kindern, da gibt es zwei ganz wesentliche Punkte. Erstens, Kinder unter acht Jahren niemals unbeaufsichtigt rodeln lassen. Und zweitens, die sicherste Sitzposition für Kinder ist der Platz hinter der erwachsenen Person.

Christian Kräutler: Die Geschwindigkeit sollte man an das persönliche Können und an die aktuellen Schneebedingungen anpassen. Sicherheitsabstand zu anderen halten, Rücksicht auf andere nehmen, nur am Rand der Rodelbahn auf,- und absteigen. Niemals im Almrausch rodeln gehen, Alkohol ist nämlich kein guter Co-Pilot. Und auf keinen Fall sollte man auf der Schipiste rodeln. Verunfallte Personen auf der Rodelbahn müssen wir auf jeden Fall erste Hilfe leisten. Die 10 offiziellen Rodelregeln finden Sie auf Hinweistafeln am Startpunkt vieler österreichischen Rodelbahnen und auf unserer Website www.kfv.at. Den Artikel dazu verlinken wir in den Show Notes.

Sabine Kaulich: Ja, also dann auf zum Rodeln, lieber Christian. Du und nicht vergessen, wer bremst, gewinnt.

Christian Kräutler: Das weiß doch jedes Kind!

Sabine Kaulich: Also gegen deine Reimleidenschaft ist wieder mal kein Kräutlein gewachsen.

Christian Kräutler: Ja, Frau Kollegin, Kaulich. Aber Kräutlein sind gesund und leicht verdaulich.

Sabine Kaulich: Ohje, ich glaube jetzt wird es Zeit für Stille und Besinnlichkeit.

Christian Kräutler: Jetzt hast aber du gereimt, Sabine. Ja, das Christkind ist jedenfalls schon im Anflug und der Helmi rodelt hoffentlich auch schon mit vielen Geschenken durchs Land. Unter anderem eventuell mit einer neuen Rodel samt Rodelhandbremse. Vielleicht liegt sie ja dann ganz genau unter deinem Christbaum. Unser ganzjähriges Geschenk an Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, ist jedenfalls unser mit Herz und Hirn gestalteter KFV-Podcast, der hoffentlich auch weiterhin perfekt in Ihren Alltag passt. Wo auch immer Sie uns hören, beim Laufen, beim Kochen, beim Putzen.

Sabine Kaulich: Oder beim Baum-Aufputzen.

Christian Kräutler: Ja genau. Also wo und wie auch immer Sie unseren Tipps und Infos folgen, bleiben Sie dran. Das war's für heute zum Thema Rodeln und für heuer mit unserem Podcast. Ein großes Dankeschön allen Fans von unserem KFV-Know-How-to-Go. Bleiben Sie geschmeidig, bleiben Sie sicher, bleiben Sie im Flow. Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiederhören mit Ihnen bei unserer nächsten KFV-Podcast-Episode im Jänner 2024. Im neuen Jahr wird es dann viele neue Highlights bei uns wieder geben. Expertinnen und Experten zu spannenden und lebensnahen Themen sind bei uns im Studio zu Gast. Gleich im Jänner geht's dann um das heiße Thema Alkohol am Steuer.

Sabine Kaulich: Danke fürs Dabeisein, schöne Weihnachtszeit mit Sicherheit und bis zum nächsten Mal im neuen Jahr.

Catharina Ballan: Sie hörten Sabine Kaulich und Christian Kräutler, zwei erfahrene Präventionsfachleute des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. Mehr Infos zum Thema dieser KFV-Podcast-Episode und zu vielen weiteren wichtigen Sicherheitsthemen finden Sie auf unserer Website kfv.at. Abonnieren Sie Sicher ist sicher auf Spotify, Apple und Google Podcasts sowie auf allen gängigen Podcatcherplattformen und empfehlen Sie unseren Podcast weiter. Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal bei Sicher ist sicher, dem Vordenker*innenpodcast des KFV.

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